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       HIZ - Artikel  vom  09. November  2012      

Ärzte in Werder (Havel)
In Werder (Havel) sind nicht alle Ärzte ver-trauensvoll. Einige tanzen aus der Reihe.
Werder (Havel): - Ein Arztbesuch in Werder (Havel) bringt oft Überraschungen mit sich. Wer in Werder (Havel) als Neubürger einen Arzt sucht, der steht vor einem großen Rätsel und hat ein Ärzteproblem. Am besten bringt er bei einem Umzug seinen Arzt gleich mit. Seit drei Jahren versuche ich als Neubürger einen Arzt des Vertrauen zu gewinnen. Vieles ist mir dabei passiert. Hierbei ist mir nicht bekannt, ob es an der Mauer in den Köpfen liegt oder an der Entdeckung der ADR-Reihe "plusminus". Der Sender stellte bei seiner Sendung am 07.11.2012 eine Software für Ärzte vor, die den "Gläsernen Patienten" präsentiert. Mit spezieller Software können Ärzte die Bonität ihrer Patienten abfragen und so feststellen, ob der Patient "kapitalträchtig" ist und man ihm teure IGeL-Leistungen verkaufen kann. (unnötige Leistungen, die die Kasse nicht bezahlt). So kann sich jeder Arzt einen entsprechenden "Kundenstamm" aufbauen, der gewillt ist Arztleistungen selbst zu bezahlen. Etwas lautes Klappern mit dem Sargdeckel und schon geht der Geldbeutel auf. Das Geschäft mit der Angst brachte laut "plusminus" im vergangenen Jahr immerhin rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich in die ach so leeren Kassen der bedürftigen Ärzte. Vor jeder Abfrage mit Hilfe dieser Software muss der Abfragende seine Patienten um seine Einwilligung bitten, so fordern es die Datenschutzbestimmungen. Die Patientenbeauftragte aus Berlin, Karin Stötzner bemängelte aber, dass die Patientenabfrage über diese Software auch ohne Einwilligung des Patienten funktioniert. Ich selbst haben mit einigen Ärzten in Werder (Havel) schlechte Erfahrungen gemacht. Auf der Suche nach einem Allgemeinmediziner wurde mir bereits am Empfang (Patientenabwehrabteilung) durch die Tochter der Ärztin mitgeteilt, dass ich lieber wieder zurück nach Süddeutschland gehen sollte, wo man die Kasse kennt. Nach einer späteren ambulanten Meniskus-OP im Oberlinhaus Potsdam, wurde ich zurück zur überweisenden und zuvor behandelnden Ärztin nach Werder (Havel), zwecks Weiterversorgung überwiesen. Jetzt verlangte diese Ärztin plötzlich das dreifache Ärztehonorar privat von mir. Ich solle dann versuchen mit meiner Krankenkasse selbst abzurechnen. Als ich dies verneinte setzte sie mich frisch operiert und unversorgt vor die Praxistür. Eine Beschwerde bei der Ärztekammer verlief fruchtlos, denn die Ärzte tragen dort immer "weise Kittel". Bei einer anderen Ärztin in der Innenstadt von Werder (Havel) erhielt ich einen Arzttermin zwecks erforderlichen Kontrolle einer Überfunktion. Als ich pünktlich erschien wurde ich wegen Überfüllung des Wartezimmers wieder weg geschickt. Ich erhielt einen neuen Termin, ca. vier Wochen später, bei dem ich wiederum weg geschickt wurde. Es seien noch vier Patienten vor mir, ich solle in einer Stunde wieder kommen, dann wären sie abgearbeitet. Als ich nach einer Stunde wieder kam, sagte mir die Arzthelferin, dass jetzt gleich Mittag sei und fünf Patienten terminlich noch vor mir seien. Als man mir dann zwei neue Termine in einigen Tagen anbot lehnte ich ab. Versichert bin ich bei einer Privaten Beamten-Krankenversicherung mit Sitz in Hessen. Ob hier die besagte Software für Ärzte eingesetzt wurde, das kann ich nicht beantworten. Bei einer Abfrage ohne vorherige Einwilligung des Patienten, handele es sich um eine Straftat: „Wenn die Arzthelferin das Internetabfrageformular eines Dienstanbieters ausfüllt, ohne dass dafür bereits zugestimmt wurde, dann ist das eine Übertragung von Gesundheitsdaten“, warnt der Datenschützer Hans-Joachim Menzel. „Somit ist dieses Ausfüllen bereits eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht.“ Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Software in meinem Fall in den Einsatz kam, aber warum ich als Neubürger so behandelt werde, das steht in den Sternen.