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     HIZ - Artikel  vom  07.  November 2010       

Anwohnerparkplatz.
Mit Anwohnerparkplätzen schafft man keinen Platz auf der Straße für Rettungsfahrzeuge.
Werder (Havel)
- Werders Stadtväter sind sich einig, das derzeitige Parkverhalten auf der Insel kann so nicht weiter bestehen.. Der Werderaner Stadtwehrführer Lothar Boreck monierte während der Stadtverordnetensitzung am 04.11.2010, dass durch das derzeitige Parkverhalten in engen Straßen für Feuerwehr und andere Rettungsdienste mit ihren Fahrzeugen kein Durchkommen sei. So müssten Rettungssanitäter erkrankte Personen nicht selten eine ganze Strecke über unebene Straße zum Rettungswagen fahren, weil sie keinen Parkplatz in der Nähe finden würden. Boreck schlug weiter vor, wegen der Parkplatzknappheit nicht nur auf der Insel Anwohnerparkzonen zu errichten. Bürgermeister Werner Große (CDU), selbst Inselbewohner, gab jedoch zu bedenken, dass eine Anwohnerparkzone nicht unbedingt die Ideallösung sei. Es könne aber auch nicht sein, dass Anwohner für ihren Pkw keinen Parkplatz fänden. Die Rechtsprechung sagt, dass Anwohnerparkplätze im räumlichen Zusammenhang zwischen Wohnung und Parkplatz stehen muss.

Wer also hält für den Anwohner den Parkplatz vor seiner Wohnung frei? Auch wird dadurch das Parkproblem nicht gelöst. Anwohner parken dann da, wo sonst die Urlaubsgäste parken. Die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge wird dadurch auch nicht breiter. Außerdem lässt die Rechtsprechung nur zwei bis drei Straßenzüge als Anwohnerparkplätze zu. Eine ganze Zone als Anwohnerzone zu erklären gibt Geschäftsleuten und Gastwirte das Recht, erfolgreich dagegen zu klagen. (
Urteil des BVerwG vom 28.05.1998 - 3 C 11.97). Der 3. Senat des Bundesverwaltungsgerichts hat entschieden, dass die betreffenden straßenverkehrsrechtlichen Anordnungen gegen Bundesrecht verstoßen. Das geltende Recht erlaubt es nicht, ganze Stadtteile zu bevorrechtigten Anwohnerparkbereichen zu erklären. Die einschlägigen Bestimmungen (§ 6 Abs. 1 Nr. 14 StVG und § 45 Abs. 1b S. 1 Nr. 2 StVO) gestatten lediglich eine Beschränkungen des Parkens zugunsten der Anwohner. Was also wäre eine Lösung ?  Eine brauchbare Lösung wäre ein "Parkverbot" in engen Straßen für alle Fahrzeuge. Ausnahmen nur für Behinderte. So käme der bittere Beigeschmack des nur "Abkassierens" erst gar nicht auf. Anwohner wären dann angewiesen auf ihren Grundstücken für eine Parkmöglichkeit zu sorgen oder einen etwas entfernten Parkplatz aufzusuchen. Anwohner könnten zum Be- und Entladen Halten und anschließend auf einen Parkplatz fahren. Neben dem großen

Sportgelände auf der Insel entsteht ein neuer Parkplatz mit ca.80 Stellplätzen für Pkw und drei für Busse.
Auch könnte der Sportverein seinen Parkplatz im Sommer gegen Gebühr öffentlich machen. So käme auch noch etwas Geld in die Vereinskasse, so wie beim Sportverein "Warnemünde". Werder ist eine Stadt, die auf Fremdenverkehr angewiesen ist. Man soll also die Urlauber nicht unbedingt von der Insel verbannen. Für ein "Parkverbot" hätten Urlauber eher Verständnis als für freie Parkplätze in den Anwohnerzonen. Wenn nach dem neuen Sicherheitskonzept des Baumblütenfestes die Bühne von der Föse an die Freilichtbühne umziehen würde, dann hätte man auch an der Föse noch Parkmöglichkeiten. Des weiteren steht auf dem Festland ein großer Parkplatz zur Verfügung, der zum großen Teil von Wohnmobilbenutzern als Campingplatz genutzt wird. Dieser sollte bei richtiger und gut sichtbarer Ausschilderung als "Inselbesucher-Parkplatz" auch viele Besucher abhalten, die Insel zu befahren, um sich dort einen Parkplatz zu suchen. Wie soll man einem Urlauber klar machen "Werder ist eine Reise wert", wenn er dann keinen Parkplatz findet. Es führen viele Wege zur Lösung,
auch der schwierigste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.