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     HIZ - Artikel  vom  14 Mai  2010                      

Baumblütenfest 2010.
Rückblick & Resümee vom Baumblütenfest 2010.

Werder (Havel):
- In diesem Jahr sollte alles anders werden: gewaltfreier, familienfreundlicher und gemütlicher. Vizebürgermeister Hartmut Schröder setzte auf die Aufgliederung der Besucherströme: "Wir wollen die Gäste nicht direkt auf die Insel bringen, sondern auch andere Angebote machen."  Er empfahl den Weg vom Bahnhof  über die Friedrichshöhe, dann die Obstweinstraße (Hoher Weg) runter zum Plantagenplatz. Wie sich jetzt im Nachhinein herausstellte, lag er mit seinem Vorschlag goldrichtig. Eine Vielzahl der Besucher, die nur wegen des Großangebotes und des Konsumierens des wohlschmeckenden Obstweines gekommen waren - war dann bereits der Plantagenplatz der "Knickpunkt" wo sie ihren linken Blinker setzten und schwerlastig, weich in den Knien und voll beladen, zum Bahnhof abbogen, um ihre Rückreise anzutreten. Diese Personen wollten gar nicht mehr zur Inselstadt, sie waren auch so mit sich und der Welt zufrieden. Dadurch wurde die Inselstadt erheblich entlastet. Lediglich die Weinstände in der Eisenbahnstraße beklagten sich darüber, dass ihr Weinabsatz aufgrund dieser Streckenführung zurück ging. Die Vorbeiwandernden hatten verständlicherweise keinen Durst mehr, sie waren satt. Diese Besucher, die nur die kurze Schleife nahmen machten somit Platz für diese, die die lange Schleife benötigten. Damit wurde die Inselstadt doch erheblich entlastet. Die Polizeikräfte hatten trotz steigender Zahlen bei Vergehen, weniger zu tun als im

Jahr zuvor. Die Steigerung der aufgezählten Straftaten resultierte daher, dass die Polizei aufgrund der großen Übersichtlichkeit der Besucher mehr Straftaten entdeckte, die  noch Jahre zuvor unentdeckt blieben und somit in der Statistik nicht berücksichtigt wurden. Auch wurde die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst gewürdigt, die über das extra für das Baumblütenfest eingerichtete Digitale Funknetz einwandfrei untereinander aber auch mit den Sicherheitskräften kommunizieren konnten. Die Obstweinerzeuger aus Werder beklagten sich, dass so viele fremde Weinhändler ihre mitgebrachten Industrieprodukte verkaufen würden. Es sei das Weinfest der Werderaner Obstweinerzeuger und solle es auch bleiben. Man verglich es mit dem Oktoberfest in München, wo auch nur "Münchner Bier" verkauft werden dürfe. Auch die Obstweinhöfe außerhalb vom Zentrum zeigten sich zufrieden mit der Besucherzahl ihrer Höfe. Einziger Wehrmutstropfen war jedoch der 1. Maifeiertag. Freundliches Wetter und heller Sonnenschein veranlasste viele Besucher in "Leichter Bierkleidung" das Fest zu besuchen. Wäre ja auch alles gut gegangen wenn nicht einige der ewigen Störenfriede ihr Hirn ausschalteten und auf den Bahngleisen ihren Rückweg gefunden hätten. Der Zugverkehr musste deswegen für einige Zeit unterbrochen

werden. Es gab einen "Rückreisestau" der zahlreichen Besucher, die in leichter Kleidung und bei aufkommendem Regen schnell zu frösteln begannen. So mussten lauf Rettungskräfte 11 Besucher wegen leichter Unterkühlung in die Krankenhäuser verbracht werden. Nachdem die Bundespolizei mit einem angeforderten Hubschrauber die Gleise nach "betrunkenen Nachtwanderern" abgesucht hatte konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Die Bundesbahn setzte Sonderzüge ein, so dass der Rückreiseverkehr stärker fließen konnte. Insgesamt sollen es 7 Personen gewesen sein, die den Zugverkehr für einige Zeit lahm legten. Gegen diese wird jetzt wegen "Gefährlichen Eingrifft in den Bahnverkehr" ermittelt. Des weiteren werden Schadensforderungen der Bundesbahn in fünf- bis sechsstelliger Höhe auf sie zukommen. Dummheit gehört bestraft.