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Baumblütenfest 2010.
Rückblick & Resümee vom
Baumblütenfest 2010.
Werder (Havel): - In diesem Jahr sollte alles anders werden: gewaltfreier,
familienfreundlicher und gemütlicher. Vizebürgermeister Hartmut Schröder
setzte auf die Aufgliederung der Besucherströme: "Wir wollen die Gäste nicht
direkt auf die Insel bringen, sondern auch andere Angebote machen." Er
empfahl den Weg vom Bahnhof über die Friedrichshöhe, dann die
Obstweinstraße (Hoher Weg) runter zum Plantagenplatz. Wie sich jetzt im
Nachhinein herausstellte, lag er mit seinem Vorschlag goldrichtig. Eine
Vielzahl der Besucher, die nur wegen des Großangebotes und des Konsumierens
des wohlschmeckenden Obstweines gekommen waren - war dann bereits der
Plantagenplatz der "Knickpunkt" wo sie ihren linken Blinker setzten und schwerlastig, weich in den Knien und voll beladen, zum Bahnhof abbogen, um
ihre Rückreise anzutreten. Diese Personen wollten gar nicht mehr zur
Inselstadt, sie waren auch so mit sich und der Welt zufrieden. Dadurch wurde
die Inselstadt erheblich entlastet. Lediglich die Weinstände in der
Eisenbahnstraße beklagten sich darüber, dass ihr Weinabsatz aufgrund dieser
Streckenführung zurück ging. Die Vorbeiwandernden hatten verständlicherweise
keinen Durst mehr, sie waren satt. Diese Besucher, die nur die kurze
Schleife nahmen machten somit Platz für diese, die die lange Schleife
benötigten. Damit wurde die Inselstadt doch erheblich entlastet. Die
Polizeikräfte hatten trotz steigender Zahlen bei Vergehen, weniger zu tun
als im
 Jahr zuvor. Die Steigerung der aufgezählten Straftaten resultierte
daher, dass die Polizei aufgrund der großen Übersichtlichkeit der Besucher
mehr Straftaten entdeckte, die noch Jahre zuvor unentdeckt blieben und
somit in der Statistik nicht berücksichtigt wurden. Auch wurde die gute
Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst gewürdigt, die
über das extra für das Baumblütenfest eingerichtete Digitale Funknetz
einwandfrei untereinander aber auch mit den Sicherheitskräften kommunizieren
konnten. Die Obstweinerzeuger aus Werder beklagten sich, dass so viele
fremde Weinhändler ihre mitgebrachten Industrieprodukte verkaufen würden. Es
sei das Weinfest der Werderaner Obstweinerzeuger und solle es auch bleiben.
Man verglich es mit dem Oktoberfest in München, wo auch nur "Münchner Bier"
verkauft werden dürfe. Auch die Obstweinhöfe außerhalb vom Zentrum zeigten
sich zufrieden mit der Besucherzahl ihrer Höfe. Einziger Wehrmutstropfen war
jedoch der 1. Maifeiertag. Freundliches Wetter und heller Sonnenschein
veranlasste viele Besucher in "Leichter Bierkleidung" das Fest zu besuchen.
Wäre ja auch alles gut gegangen wenn nicht einige der ewigen Störenfriede
ihr Hirn ausschalteten und auf den Bahngleisen ihren Rückweg gefunden
hätten. Der Zugverkehr musste deswegen für einige Zeit unterbrochen
 werden.
Es gab einen "Rückreisestau" der zahlreichen Besucher, die in leichter Kleidung und
bei aufkommendem Regen schnell zu frösteln begannen. So mussten lauf
Rettungskräfte 11 Besucher wegen leichter Unterkühlung in die Krankenhäuser
verbracht werden. Nachdem die Bundespolizei mit einem angeforderten
Hubschrauber die Gleise nach "betrunkenen Nachtwanderern" abgesucht hatte
konnte der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Die Bundesbahn setzte
Sonderzüge ein, so dass der Rückreiseverkehr stärker fließen konnte.
Insgesamt sollen es 7 Personen gewesen sein, die den Zugverkehr für einige
Zeit lahm legten. Gegen diese wird jetzt wegen "Gefährlichen Eingrifft in
den Bahnverkehr" ermittelt. Des weiteren werden Schadensforderungen der
Bundesbahn in fünf- bis sechsstelliger Höhe auf sie zukommen. Dummheit
gehört bestraft. |