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     HIZ - Artikel   vom   02.04.2010                        

Benzinpreise
Pünktlich zu Ostern gibt es wieder die Saisonpreise. Die Zapfpistole wird zur Waffe.
Werder: Ein aktuelles Interview, das der Bundespräsident Horst Köhler dem Nachrichtenmagazin Focus gegeben hat, erhitzt derzeit die Gemüter vieler Politiker und Bürger in Deutschland. In besagtem Interview hat Köhler dazu angeregt darüber nachzudenken, ob die Benzinpreise nicht höher sein sollten um das Verhalten der Autofahrer zu beeinflussen. Herr Köhler, die Ölkonzerne haben Ihr Gebet erhört. Alle Jahre wieder, kurz vor der Reisezeit an Ostern, ziehen die Benzinpreise deutlich an. Während die Mineralöl- wirtschaft wie immer die höheren Einkaufspreise am Markt verantwortlich macht, spricht der Automobilclub von Preistreiberei und Abzocke. Die Mineralölkonzerne haben bereits erklärt, dass auch nochmalige Erhöhungen nicht ausgeschlossen seien. Sie machten sich in diesem Jahr alle Argumente zunutze, um vor den großen Reisewellen bei den Preisen kräftig anzuziehen und zuzulangen. Die Mineralölkonzerne verweisen auf deutlich gestiegene Beschaffungskosten am Ölmarkt. Der Auto Club Europa hält dieses Argument für Blödsinn – und fordert endlich ein Einschreiten des Kartellamtes. Das Ausmaß der Preiserhöhungen ist regional sehr unterschiedlich; in einzelnen Städten wie zum Beispiel Potsdam stiegen die Preise innerhalb kurzer Zeit um bis zu zehn Cent je Liter.
In anderen Regionen waren es fünf bis sechs Cent pro Liter. Die Bundesregierung hatte die Benzin-Preiserhöhungen zu Ostern scharf verurteilt und den Ölkonzernen mit Konsequenzen gedroht, verdient aber an den Steuern kräftig mit. Die Drohung der Regierung verursacht bei den Ölkonzernen nur ein zartes Lächeln. Der ACE-Sprecher forderte das Kartellamt auf, endlich den Tankstellenmarkt zu kontrollieren. "Das Amt muss endlich klären, ob es verbotene Preisabsprachen gibt. Im vergangenen Jahr wurde den Verbrauchern hoch und heilig eine Marktüberprüfung versprochen, aber Ergebnisse stehen bis heute aus". Wenn es möglich ist, den Strom- und den Gasversorgern auf die Finger zu klopfen, muss das auch bei den Mineralölkonzernen machbar sein. Bis dahin sind wir durch die

Mineralölkonzerne erpressbar. Am Jahresende verkünden sie dann stolz, wie viel Prozent Gewinnsteigerung erwirtschaftet wurde und der Vorstand bekommt einen kräftigen Nachschlag auf sein Gehalt, da er ja so brutal gut den Autofahrern das letzte Geld aus der Tasche gezogen hat. Wir finden, das ist eine ganz große "Sauerei" die der Staat da zu lässt.                                                         hiz/qu