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     HIZ - Artikel  vom  21. Januar 2011                 

Baugebiet Havelauen Werder (Havel)
Die Natur muss dem Ausblick weichen. So im Neubaugebiet Werder (Havel).
Werder (Havel): - Die Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind in Deutschland in einer bedrohlichen Lage, glaubt man einem Bericht der Bundesregierung. Demnach sind fast drei Viertel aller Biotope gefährdet oder von der Zerstörung bedroht. Die Havel bietet mit ihren Uferbiotopen, Flachwasserzonen, Mooren und Röhrichtgürteln vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Tausende von Bäumen säumen die Ufer des Flusses, der die Landschaft prägt. Eine ideale Kinderstube für seltene Pflanzen, Insekten und Tiere. In der vergangenen Woche wurde bereits damit begonnen, eine der wertvollsten Naturflächen in Werder (Havel), in der Havelaue zu zerstören. Bagger fraßen sich durch das vorhandene Naturbiotop bis hin zu der nahen Uferböschung der Havel. Dass ein genehmigtes Baugebiet aufbereitet wird, das dürfte selbstverständlich sein. Dass aber die Bagger über die Baulinie weit hinaus alles platt machen, was der guten Sicht der Bauwilligen auf den "Großen Zernsee" im

Wege steht, das grenzt an Frevel. Eine natürliche Landschaft wird zerstört, die Lebensraum vieler
Amphibien und das  Naherholungsgebiet der Anwohner ist. Das dichte Unterholz war Unterstand von 4 Rehen und 12 Fasanen. Dies alles muss des guten Blickes wegen weichen. Hohe gesunde Bäume werden gefällt oder mit dem Bagger aus der Erde gerissen. Zurück bleibt eine aufgewühlte Landschaft.
Treffen Ämter ihre Entscheidungen, kommen manchem Bürger Zweifel. So hat die Untere Naturschutzbehörde Sträucher und Bäume einfach als "Artfremde Gewächse" deklariert, damit sie beseitigt werden dürfen. Es waren aber keine Palmen und

auch keine Tannen, es waren Bäume und Sträucher, wie man sie überall entlang den Ufern der Havel zu finden pflegt. Sie hatten auch eine ökologische Aufgabe. Die Wurzeln hielten das Ufer zusammen und das Gehölz schwächte den kalten Wind, der über das Wasser kommt. Vögel fanden Schutz, Brutstätten und Lebensraum. Obwohl in der Bauplanung steht, dass Grundstückseigentümer, deren Baugrundstück an unbebaubare Freiflächen grenzt, verpflichtet sind Sträucher oder Hecken anzulegen, wird hier abgeholzt.