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     HIZ - Artikel  vom  02. Juni  2010                 

Die „Bismarckhöhe"
Wettbewerb der Stadt Werder(Havel) über den Erweiterungsbau der "Bismarckhöhe", den "Kleinen Ballsaal" ist entschieden.
Werder(Havel):
- D
ie ehemalige Traditionsgaststätte Bismarckhöhe liegt 30 Meter über dem Havelspiegel und gehört zu den bedeutenden stadt-, bau- und kulturgeschichtlichen Objekten der Blütenstadt Werder (Havel). Ihr Schicksal war und ist untrennbar verbunden mit dem Wachsen und  Werden der Stadt in einem der schönsten Bereiche des Havellandes. Sie steht auf einer Anhöhe oberhalb Werders, dem einstigen Galgenberg, mit einem weiten Blick über die Havel. Während des alljährlichen Baumblütenfestes war das beliebte Ausflugslokal mit eigener Schiffsanlegestelle das Ziel von Ausflüglern aus Potsdam und Berlin. Nach langen Jahren des Verfalls konnte die Stadt Werder (Havel) 2002 das traditionsreiche Objekt käuflich erwerben. Mit vielfältigen Initiativen, mit Mitteln der Stadt, Spendenmitteln sowie durch Fördermittel konnte seither das Gebäudeensemble weitgehend saniert werden. Unmittelbar an den vorhandenen Aussichtsturm und Großen Ballsaal soll nun auch der Kleine Saal wieder entstehen und die Freifläche in alter Pracht gestaltet werden. Das bestehende historische Gebäudeensemble der Höhengaststätte "Zur Bismarckhöhe" wird durch den Anbau eines „Kleinen Ballsaals" und die Neugestaltung der Außenanlagen wieder seine historische städtebauliche Wirkung und seine kulturelle und touristische Bedeutung erhalten. Die Stadt Werder (Havel) hat zu diesem Zweck einen nichtoffenen Wettbewerb nach RPW 2008 als Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren ausgelobt. 62 Bewerber hatten sich gemeldet. 12 wurden in die engere Auswahl genommen. Davon musste einer absagen, so dass zuletzt noch 11 Vorschläge zur Bewertung eingereicht wurden. Am 26.05.2010 hat die Jury, die sich aus  4 Fachpreisrichtern und 3 Sachpreisrichtern zusammensetzte,  die elf eingegangenen Wettbewerbsarbeiten bewertet und den Wettbewerbssieger ermittelt.

Sieger wurde das Architektenbüro "Vangeistenmarfels.Architekten" aus Potsdam. Es war ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen der eingesandten Vorschlägen, bei deren Bewertung die Jury eine schwierige Entscheidung zu treffen hatte.

Folgendes Modell wurde zum Sieger erklärt: Der Neubau des Kleinen Ballsaals wird so weit nach Süd-Westen verschoben, dass der Besucher von der großen Freitreppe kommend von einem überdachten Außenraum, dem Foyer als Entree empfangen wird. Das Foyer wird durch eine leichte Pergolakonstruktion überdacht, der „Turm" bleibt als Wahrzeichen davon freigestellt. Das Foyer öffnet sich zum Kleinen Ballsaal, der überzeugend als überdachter und wettergeschützter Außenraum aufgefasst wird. Halt gibt die rückwärtige Mauer, hinter der sich
die Garderobe, die Sanitärräume sowie die Zugänge zu den Küchen- und Personalbereichen befinden. Der neue „Kleine Ballsaal" orientiert sich an der Proportion und Struktur des „Großen Ballsaals" und ermöglicht vielfältige und flexible Nutzungen und Möblierungen für ca. 100 Gäste. Im Sommer können die gläserne Außenwände so verschoben werden, so dass der Gast

das Gefühl hat, im Freien zu sitzen. Ein sommerlicher Biergarten um den Kleinen Ballsaal soll mit Bäumen überdacht werden. Die Kosten der Baumaßnahmen werden auf ca. 2 Millionen Euro veranschlagt. Davon sollen die Hälfte für die neu zu gestaltende Außenanlage
verwendet werden. Im Rahmen einer Ausstellung soll allen interessierten Bürger der Stadt Werder(Havel) die Möglichkeit gegeben werden, Einsicht in die Wettbewerbsvorschläge zu nehmen.
Achtung: Aus organisatorischen Gründen kann die Ausstellung nur vom  31.05.2010 bis 04.06.2010 zu den üblichen Öffnungszeiten des Alten-Rathauses besucht werden.