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Bürgermeisterwahl 2010 in Schwielowsee.
Brennende
Frage an die drei Kandidaten der Bürgermeisterwahl in Schwielowsee.
Werder (Havel): - Schwielowsee hat aufgerüstet und ist nun "Staatlich
anerkannter Erholungsort". Wem die Bürger das größtenteils zu verdanken
haben, das dürfte allen bewusst sein. Jetzt heißt es weiter in die Zukunft
schauen und die Gemeinde Schwielowsee weiter voran bringen. Am Sonntag, dem
24.10.2010 wird ein neuer Bürgermeister gewählt, der die Geschicke der
Gemeinde weiterhin lenken soll. Drei Kandidaten bewerben sich um den begehrten
Stuhl im Rathaus in Ferch. Die jetzige Amtsinhaberin Frau Kerstin Hoppe
(CDU, unterstützt von der FDP), eine Mitbewerberin Frau Dr. Claudia Tittel
(Offensive Schwielowsee, unterstützt von der SPD). und ein
alteingesessener ehemaliger Bürgermeister von Ferch, Herr Roland Büchner
(Bürgerbündnis Schwielowsee) Da wie bekannt im Ortsteil Ferch und Neue
Scheune trotz guter Nachfrage von Urlaubern immer noch keine
Einkaufsmöglichkeit besteht, hat die Havelzeitung an alle drei
Bürgermeisterkandidaten eine Anfrage gerichtet.
Unser Anschreiben an
die Kandidaten:
Schwielowsee ist mittlerweile "Staatlich anerkannter Erholungsort" und
erwartet für die Zukunft noch mehr Urlaubsgäste.
Leider besteht in der
Gemeinde Ferch und Neue Scheune
keinerlei Einkaufsmöglichkeit für
potentielle Urlaubsgäste, die eine Ferienwohnungen beziehen. Es fehlt
nicht nur an Brötchen, Butter und Salz, es fehlt auch die
Einkaufsmöglichkeit für Getränke. So kann man ein Urlaubsgebiet nicht als
attraktiv verkaufen.
Unsere Frage an die Kandidaten:
Wenn Sie am kommenden Sonntag die Bürgermeisterwahl
gewinnen würden, was würden Sie unternehmen, um diesen Miss-Stand zu
beheben? Dieses Antwort
auf unsere Frage erhielten wir von Bürgermeisterin
Kerstin Hoppe, der jetzigen Amtsinhaberin. Hier Ihre Stellungnahme: Sehr geehrter Herr Quick,
in Beantwortung Ihrer email-Anfrage möchte ich bitten Nachfolgendes zu
beachten. Ihre Frage ist nicht mit einem Satz zu beantworten. Seit dem
1.1.2003 gibt es die Gemeinde Schwielowsee mit Ihren Ortsteilen Caputh,
Ferch und Geltow und dem dazugehörigen Gemeindeteil Wildpark West. Neue
Scheune ist kein eigenes Gebiet sondern gehört zum Ortsteil Ferch.
Seit meinem Amtsantritt, am 14.2.2003, habe ich mich mit all den zur
Verfügung gestellten Möglichkeiten bemüht, die Versorgung zu verbessern. Im
Ergebnis wurde ein kleiner Dorfladen betrieben, ein Bäcker und diverse
Angebote über Ralles Imbiss und den Campingplätzen. Leider wurden der Bäcker
und der kleine Dorfladen geschlossen, da zu wenig Bürgerinnen und Bürger
hier im OT Ferch einkauften. Alle weiteren Versuche, z.B. den kleinen
Dorfladen mit einem Getränkemarkt oder dgl. weiter zu führen, konnten
ebenfalls nicht längerfristig umgesetzt werden, da zu wenig Bürgerinnen und
Bürger auch dieses Angebot nutzten.
Konkret heißt das, dass ich alle Privatinitiativen und darüber hinaus
unterstützt hatte und habe, aber bisher keine dauerhafte Einrichtung
etabliert werden konnte. Ralles Imbiss und der Verkauf über den Campingplatz
mit Brötchen, Butter usw. gibt es selbstverständlich noch, so dass es eine
Versorgungsmöglichkeit gibt. Nicht zu vergessen die Einkaufsmöglichkeit in
der Seniorenresidenz Ferch. Des Weiteren hatte ich mit allen
Lebensmittelketten Gespräche geführt mit dem Ergebnis, dass Ferch als
Einzugsgebiet zu klein ist und in der Gesamtbetrachtung mit der Verbesserung
der Versorgung in Caputh betrachtet wird. Wir hoffen sehr, dass in den
kommenden Jahren ein 2. Lebensmittelmarkt in Caputh entsteht und somit auch
eine Verbesserung für das Einzugsgebiet Ferch erreicht wird. Die notwendige
Busanbindung haben wir bereits konkret verbessert.
Sollten in Zukunft potentielle Marktinteressenten (Marktketten,
Privatinitiativen, Genossenschaften) für den OT Ferch vorhanden sein, werde
ich auch diese mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten
unterstützen. Grundsätzlich wünsche ich mir in allen 3 Ortsteilen eine
ausgewogene Versorgung.
Mfg K. Hoppe
Etwas verspätet aber dennoch rechtzeitig
vor der Bürgermeisterwahl am 24.10.2010 haben wir von der
Bürgermeisterkandidatin Frau Dr. Claudia Tittel folgende Antwort auf unsere
Frage erhalten: Lieber Herr Quick,
erst einmal: Entschuldigung, dass ich mich heute erst melde, aber ich habe
Ihre Anfrage erst am Dienstag über Frau Ladner erhalten und wie Sie wissen,
ist Wahlkampf und der findet
derzeit
auf der Straße statt. Das nächste Mal bitte ich Sie, eine Anfrage direkt an
mich zu senden. Sie können mir immer über meine Homepage
www.tittel-fier-schwielowsee.de eine E-Mail senden. Zudem haben Sie kein
Datum angegeben, bis wann Sie die Frage beantwortet haben möchten. Ich
entschuldige mich hiermit nochmals für die verspätete Antwort, die ich
hiermit übersende!. Wie Sie sicherlich meinem Wahlprogramm entnehmen
konnten, ist mir das Problem Nahversorgung aus Ferch bekannt. In den
Veranstaltungen, aber auch in Gesprächen haben mich die Menschen immer
wieder darauf angesprochen. Um das Problem Nahversorgung auch für Ferch zu
lösen, favorisiere ich einen genossenschaftlich geführten Laden. Viele
Gemeinden, sogar viele kleinere haben sich für ein genossenschaftliches
Modell entschieden, da dies alle Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes
einbezieht. Ich selbst war in Berlin in solch ein genossenschaftliches
Bio-Laden-Modell involviert. Das Tolle daran ist, dass diese Läden nicht nur
Einkaufsmöglichkeiten bieten, sondern echte Treffpunkte sind. Es geht vor
allem darum, das Gemeindeleben lebendig zu gestalten. Wichtig ist, dass
wirklich viele Einwohner in diesem Laden einkaufen. Problematisch ist der
Wirtschaftsdruck. Deshalb möchte ich, wenn ich Bürgermeisterin werde, solch
eine Initiative auch finanziell unterstützen und würde die ersten drei Jahre
die Miete für den Laden übernehmen bzw. gemeindliche Flächen zur Verfügung
stellen. Außerdem schafft man durch so einen genossenschaftlichen Laden auch
neue Arbeitsplätze. Hier können Menschen eingestellt werden, die kaum mobil
sind oder von anderen Arbeitgebern nicht beschäftigt werden, weil sie zum
Beispiel zu alt sind. Ich sehe dieser Geschäftsidee sehr positiv entgegen
und denke, dass dies ein tragfähiges Konzept sein kann.
Mit besten Grüßen
Ihre Claudia Tittel
Leider haben wir von Herrn Roland Büchner bis heute keine Antwort auf
unsere Frage erhalten.
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