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     HIZ - Artikel  vom  22.  Oktober  2010            

Bürgermeisterwahl 2010 in Schwielowsee.
Brennende Frage an die drei Kandidaten der Bürgermeisterwahl in Schwielowsee.
Werder (Havel):
- Schwielowsee hat aufgerüstet und ist nun "Staatlich anerkannter Erholungsort". Wem die Bürger das größtenteils zu verdanken haben, das dürfte allen
bewusst sein. Jetzt heißt es weiter in die Zukunft schauen und die Gemeinde Schwielowsee weiter voran bringen. Am Sonntag, dem 24.10.2010 wird ein neuer Bürgermeister gewählt, der die Geschicke der Gemeinde weiterhin lenken soll. Drei Kandidaten bewerben sich um den begehrten Stuhl im Rathaus in Ferch. Die jetzige Amtsinhaberin Frau Kerstin Hoppe (CDU, unterstützt von der FDP), eine Mitbewerberin Frau Dr. Claudia Tittel (Offensive Schwielowsee, unterstützt von der SPD). und ein alteingesessener ehemaliger Bürgermeister von Ferch, Herr Roland Büchner (Bürgerbündnis Schwielowsee) Da wie bekannt im Ortsteil Ferch und Neue Scheune trotz guter Nachfrage von Urlaubern immer noch keine Einkaufsmöglichkeit besteht, hat die Havelzeitung an alle drei Bürgermeisterkandidaten eine Anfrage gerichtet.
Unser Anschreiben an die Kandidaten:
Schwielowsee ist mittlerweile "Staatlich anerkannter Erholungsort" und erwartet für die Zukunft noch mehr Urlaubsgäste.
Leider besteht in der Gemeinde Ferch und Neue Scheune keinerlei Einkaufsmöglichkeit für potentielle Urlaubsgäste, die eine Ferienwohnungen beziehen.  Es fehlt nicht nur an Brötchen, Butter und Salz, es fehlt auch die Einkaufsmöglichkeit für Getränke. So kann man ein Urlaubsgebiet nicht als attraktiv verkaufen.                                                                                    
Unsere Frage an die Kandidaten:

Wenn Sie am kommenden Sonntag die Bürgermeisterwahl gewinnen würden, was würden Sie unternehmen, um diesen Miss-Stand zu beheben?

Dieses Antwort auf unsere Frage erhielten wir von Bürgermeisterin Kerstin Hoppe, der jetzigen Amtsinhaberin. Hier Ihre Stellungnahme:
Sehr geehrter Herr Quick,
in Beantwortung Ihrer email-Anfrage möchte ich bitten Nachfolgendes zu beachten. Ihre Frage ist nicht mit einem Satz zu beantworten. Seit dem 1.1.2003 gibt es die Gemeinde Schwielowsee mit Ihren Ortsteilen Caputh, Ferch und Geltow und dem dazugehörigen Gemeindeteil Wildpark West. Neue Scheune ist kein eigenes Gebiet sondern gehört zum Ortsteil Ferch. Seit meinem Amtsantritt, am 14.2.2003, habe ich mich mit all den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten bemüht, die Versorgung zu verbessern. Im Ergebnis wurde ein kleiner Dorfladen betrieben, ein Bäcker und diverse Angebote über Ralles Imbiss und den Campingplätzen. Leider wurden der Bäcker und der kleine Dorfladen geschlossen, da zu wenig Bürgerinnen und Bürger hier im OT Ferch einkauften. Alle weiteren Versuche, z.B. den kleinen Dorfladen mit einem Getränkemarkt oder dgl. weiter zu führen, konnten ebenfalls nicht längerfristig umgesetzt werden, da zu wenig Bürgerinnen und Bürger auch dieses Angebot nutzten.  Konkret heißt das, dass ich alle Privatinitiativen und darüber hinaus unterstützt hatte und habe, aber bisher keine dauerhafte Einrichtung etabliert werden konnte. Ralles Imbiss und der Verkauf über den Campingplatz mit Brötchen, Butter usw. gibt es selbstverständlich noch, so dass es eine Versorgungsmöglichkeit gibt. Nicht zu
vergessen die Einkaufsmöglichkeit in der Seniorenresidenz Ferch. Des Weiteren hatte ich mit allen Lebensmittelketten Gespräche geführt mit dem Ergebnis, dass Ferch als Einzugsgebiet zu klein ist und in der Gesamtbetrachtung mit der Verbesserung der Versorgung in Caputh betrachtet wird. Wir hoffen sehr, dass in den kommenden Jahren ein 2. Lebensmittelmarkt in Caputh entsteht und somit auch eine Verbesserung für das Einzugsgebiet Ferch erreicht wird. Die notwendige Busanbindung haben wir bereits konkret verbessert.
Sollten in Zukunft potentielle Marktinteressenten (Marktketten, Privatinitiativen, Genossenschaften) für den OT Ferch vorhanden sein, werde ich auch diese mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützen. Grundsätzlich wünsche ich mir in allen 3 Ortsteilen eine ausgewogene Versorgung.
Mfg   K. Hoppe

Etwas verspätet aber dennoch rechtzeitig vor der Bürgermeisterwahl am 24.10.2010 haben wir von der Bürgermeisterkandidatin Frau Dr. Claudia Tittel folgende Antwort auf unsere Frage erhalten:
Lieber Herr Quick,
erst einmal: Entschuldigung, dass ich mich heute erst melde, aber ich habe Ihre Anfrage erst am Dienstag über Frau Ladner erhalten und wie Sie wissen, ist Wahlkampf und der findet derzeit auf der Straße statt. Das nächste Mal bitte ich Sie, eine Anfrage direkt an mich zu senden. Sie können mir immer über meine Homepage www.tittel-fier-schwielowsee.de eine E-Mail senden. Zudem haben Sie kein Datum angegeben, bis wann Sie die Frage beantwortet haben möchten. Ich entschuldige mich hiermit nochmals für die verspätete Antwort, die ich hiermit übersende!. Wie Sie sicherlich meinem Wahlprogramm entnehmen konnten, ist mir das Problem Nahversorgung aus Ferch bekannt. In den Veranstaltungen, aber auch in Gesprächen haben mich die Menschen immer wieder darauf angesprochen. Um das Problem Nahversorgung auch für Ferch zu lösen, favorisiere ich einen genossenschaftlich geführten Laden. Viele Gemeinden, sogar viele kleinere haben sich für ein genossenschaftliches Modell entschieden, da dies alle Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes einbezieht. Ich selbst war in Berlin in solch ein genossenschaftliches Bio-Laden-Modell involviert. Das Tolle daran ist, dass diese Läden nicht nur Einkaufsmöglichkeiten bieten, sondern echte Treffpunkte sind. Es geht vor allem darum, das Gemeindeleben lebendig zu gestalten. Wichtig ist, dass wirklich viele Einwohner in diesem Laden einkaufen. Problematisch ist der Wirtschaftsdruck. Deshalb möchte ich, wenn ich Bürgermeisterin werde, solch eine Initiative auch finanziell unterstützen und würde die ersten drei Jahre die Miete für den Laden übernehmen bzw. gemeindliche Flächen zur Verfügung stellen. Außerdem schafft man durch so einen genossenschaftlichen Laden auch neue Arbeitsplätze. Hier können Menschen eingestellt werden, die kaum mobil sind oder von anderen Arbeitgebern nicht beschäftigt werden, weil sie zum Beispiel zu alt sind. Ich sehe dieser Geschäftsidee sehr positiv entgegen und denke, dass dies ein tragfähiges Konzept sein kann.
Mit besten Grüßen
Ihre Claudia Tittel

Leider haben wir von Herrn Roland Büchner bis heute keine Antwort auf unsere Frage erhalten.