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Berufsfischerei.
Berufsfischer Tobias May in Werder (Havel) hat auch im Winter alle Hände
voll zu tun. Werder (Havel): - Das
Bundesland Brandenburg dürfte in Deutschland
eine der Gegenden mit der
größten Wasserfläche pro Einwohner sein. Nirgendwo sonst findet man so viele
Binnengewässer – vom kleinen Wald- und Wiesentümpel bis hin zum riesigen
See sind nahezu alle Gewässertypen vertreten.
Ein Paradies für Angler. Die Hauptzielfische in den
Brandenburger Gewässern sind vor allem Aal, Barsch, Hecht, Zander,
Schleie und Karpfen, welche dann regional von den Fischern
gefangen werden. Gefischt wird mit einer Kombination verschiedener
Techniken, wobei vor allem die Reuse zu nennen ist. Diese werden zunächst im
Frühjahr gestellt, um die ufernah ziehenden Fische und ihre
ihnen folgenden Räuber zur
Laichzeit abzugreifen. Im Sommer werden die Netze meist hochgeklappt. Im
Herbst kommt das Zugnetz zum Einsatz, mit dem in zwei- bis dreijährigen
Zyklen kleinere Seen abgefischt werden. Jetzt im
Winter ist es nicht möglich dem Fischfang nachzukommen. Was machen
eigentlich die Berufsfischer im Winter? Dieser Frage sind wir einmal
nachgegangen und haben einen solchen aufgesucht.
 Wir sind nach Werder
(Havel), einem Sitzt dieser Petrijünger
gefahren und haben nachgefragt. Wir befanden uns auf dem Gelände der
Fischerei May auf der Insel Werder (Havel). Dort trafen wir Tobias May, einen
dieser Petrijünger, der uns aufklärte. Die Fischerei May in Werder (Havel)
befindet sich
in Generationsfolge seit 1730 im Familienbesitz. Es ist ein Kleinunternehmen
ohne fremde Arbeitskräfte. Auf dem Gelände direkt an der Föse befinden sich
mehrere Hälterbecken, in denen sich die im Herbst gefangenen Fische
befinden. Sie sind bereits vorsortiert in die einzelnen Fischarten. Auch im
Winter haben wir immer zu tun, so Tobias May. Wir müssen diese Hälterbecken
von Eisschichten frei halten, denn es kann ja immer ein Kunde kommen, um sich
einen Fisch zu gönnen. Die Fische werden im eigenen Hofladen direkt
vermarktet. Fische sind gesund, so May, das sieht man an uns. Wir
leben selbst hauptsächlich von Fischen, aus diesem Grund sind wir gegen
Krankheiten auch so widerstandfähig. Die
Kunden können sich vor Ort einen Fisch
aussuchen, den sie haben möchten. Wir
fangen ihn dann und schlachten ihn. So
haben die
Kunden
immer einen

garantiert
frischen Fisch auf ihrem Teller, sagte uns Tobias May. Die Firma
May probiert zur Zeit ein ganz neues Verfahren aus. Bei einer Wassertiefe
von ca. 160 Meter hat das Wasser am Grund immer noch 4 Grad plus, obwohl
sich oben eine Eisschicht befindet. Um das andauernde "Eisaufstochern" mit
langen Stangen zu umgehen hat man eine Elektropumpe ins Wasser gesetzt und
pumpt das Grundwasser nach Oben unter die Eisschicht. Man will so die Hälterbecken eisfrei halten. Damit die Fischreiher aber nicht so oft
zuschlagen hat man Netze über die Hälterbecken gespannt. Natürlich hat auch
der Fischreiher seine Daseinsberechtigung. Wenn Tobias Mai einen vom Kunden
ausgewählter Fisch schlachtet, so ist der Fischreiher der willkommene
Entsorger für die Abfälle. May sagte uns noch zum Abschied, der Fischreiher
ist unser Signalgeber. Wo es den Fischreiher gibt, da sind auch Fische
vorhanden. Wir verabschiedeten uns mit einem "Petri Heil". |