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     HIZ - Artikel  vom  14. Dezember 2010          

Berufsfischerei.
Berufsfischer Tobias May in Werder (Havel) hat auch im Winter alle Hände voll zu tun.
Werder (Havel):
-
Das Bundesland Brandenburg dürfte in Deutschland eine der Gegenden mit der größten Wasserfläche pro Einwohner sein. Nirgendwo sonst findet man so viele Binnengewässer – vom kleinen Wald- und WiesentümpelAngeln in Werder Brandenburg bis hin zum riesigen See sind nahezu alle Gewässertypen vertreten. Ein Paradies für Angler. Die Hauptzielfische in den Brandenburger Gewässern sind vor allem Aal, Barsch, Hecht, Zander, Schleie und Karpfen, welche dann regional von den Fischern gefangen werden. Gefischt wird mit einer Kombination verschiedener Techniken, wobei vor allem die Reuse zu nennen ist. Diese werden zunächst im Frühjahr gestellt, um die ufernah ziehenden Fische und ihre ihnen folgenden Räuber zur Laichzeit abzugreifen. Im Sommer werden die Netze meist hochgeklappt. Im Herbst kommt das Zugnetz zum Einsatz, mit dem in zwei- bis dreijährigen Zyklen kleinere Seen abgefischt werden. Jetzt im Winter ist es nicht möglich dem Fischfang nachzukommen. Was machen eigentlich die Berufsfischer im Winter? Dieser Frage sind wir einmal nachgegangen und haben einen solchen aufgesucht.
Angeln in Werder Brandenburg
Wir sind nach Werder (Havel), einem
Sitzt dieser Petrijünger
gefahren und haben nachgefragt. Wir befanden uns auf dem Gelände der Fischerei May auf der Insel Werder (Havel). Dort trafen wir Tobias May, einen dieser Petrijünger, der uns aufklärte. Die Fischerei May in Werder (Havel) befindet sich in Generationsfolge seit 1730 im Familienbesitz. Es ist ein Kleinunternehmen ohne fremde Arbeitskräfte. Auf dem Gelände direkt an der Föse befinden sich mehrere Hälterbecken, in denen sich die im Herbst gefangenen Fische befinden. Sie sind bereits vorsortiert in die einzelnen Fischarten. Auch im Winter haben wir immer zu tun, so Tobias May. Wir müssen diese Hälterbecken von Eisschichten frei halten, denn es kann ja immer ein Kunde kommen, um sich einen Fisch zu gönnen. Die Fische werden im eigenen Hofladen direkt vermarktet. Fische sind gesund, so May, das sieht man an uns. Wir leben selbst hauptsächlich von Fischen, aus diesem Grund sind wir gegen Krankheiten auch so widerstandfähig. Die Kunden können sich vor Ort einen Fisch
aussuchen, den sie haben möchten. Wir fangen ihn dann und schlachten ihn. So haben die Kunden immer einen
Angeln in Werder Brandenburg
garantiert frischen Fisch auf ihrem Teller, sagte uns Tobias May. Die Firma May probiert zur Zeit ein ganz neues Verfahren aus. Bei einer Wassertiefe von ca. 160 Meter hat das Wasser am Grund immer noch 4 Grad plus, obwohl sich oben eine Eisschicht befindet. Um das andauernde "Eisaufstochern" mit langen Stangen zu umgehen hat man eine Elektropumpe ins Wasser gesetzt und pumpt das Grundwasser nach Oben unter die Eisschicht. Man will so die Hälterbecken eisfrei halten. Damit die Fischreiher aber nicht so oft zuschlagen hat man Netze über die Hälterbecken gespannt. Natürlich hat auch der Fischreiher seine Daseinsberechtigung. Wenn Tobias Mai einen vom Kunden ausgewählter Fisch schlachtet, so ist der Fischreiher der willkommene Entsorger für die Abfälle. May sagte uns noch zum Abschied, der Fischreiher ist unser Signalgeber. Wo es den Fischreiher gibt, da sind auch Fische vorhanden. Wir verabschiedeten uns mit einem "Petri Heil".