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     HIZ - Artikel  vom  04. Juni  2010                 

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Frauenleiche am 03.06.2010 bei Heidenheim gefunden.
Werder(Havel)/Heidenheim:
- In der Nähe des Wohnorts der entführten Bankiersehefrau Maria Bögerl in Baden-Württemberg hat ein Spaziergänger mit Hund am Donnerstagabend eine Frauenleiche entdeckt. Spekulationen, dass es sich bei der Toten tatsächlich um die seit mehr als drei Wochen vermisste Bankiersgattin aus Heidenheim handelt, konnte die Polizei am Freitagmorgen nicht bestätigen. Seit Wochen suchten die Fahnder nach der vermissten Maria Bögerl aus Heidenheim .
Die Leiche, die im Laufe des Tages obduziert werden soll, lag an einem Waldrand zwischen den Ortschaften Nietheim und Niesitz. Sie war mit Ästen abgedeckt. Mit der Nennung des Fundortes bestätigte die Polizei einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Das Obduktionsergebnis werde möglicherweise bei einer Pressekonferenz am Nachmittag vorgestellt, sagte ein Polizeisprecher. Tote lag in der Nähe des Handy-Fundortes. Ein Sprecher der Kripo sagte, frühestens am Nachmittag sei mit Informationen über das Ergebnis zu rechnen. Ein Zusammenhang mit der Entführung der 54-jährigen Frau des Sparkassendirektors Thomas Bögerl galt auch deshalb als wahrscheinlich, weil im Raum Heidenheim keine andere Frau vermisst wird, wie die Kripo bestätigte. In der Nähe der Fundstelle, rund zehn Kilometer vom Wohnhaus der Familie Bögerl entfernt, hatte die Polizei zuvor auch das Handy der Vermissten entdeckt. Nicht weit entfernt war auch die Übergabe des Lösegeldes an den Entführer gescheitert. Unklar blieb zunächst auch, warum die Tote bei der intensiven Suche der Polizei nicht gefunden wurde. Der Fundort war am Morgen mit zweireihigem Absperrband umzäunt. Innerhalb des Absperrkreises stand ein Zelt. Dort hatten die Experten die Leiche in der Nacht untersucht. Nur noch wenige Beamte waren

 am Morgen noch vor Ort. Die 54-jährige    (Fotos: ddp) Maria Bögerl wurde am 12. Mai aus dem Haus der Familie in ihrem Auto verschleppt. Wenig später rief ein Erpresser den Ehemann an und forderte Geld. Bei dieser Gelegenheit konnte sie ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Polizei fand zunächst Blutspuren.  Die Familie deponierte kurz darauf das geforderte Lösegeld von 300.000 Euro in einem schwarzen Müllsack wie gefordert an der Autobahn 7 und markierte die Stelle mit einer Deutschland-Flagge. Das Geld wurde aber nicht abgeholt. Seitdem ist der Kontakt zu dem oder den Entführern abgebrochen. Die Polizei durchkämmte daraufhin die Wälder rund um den Wohnort Maria Bögerls. Auch das Gebiet zwischen Nietheim und Schnaitheim, in dem die Frauenleiche jetzt gefunden wurde, durchsuchten die Polizisten. Dabei fanden sie das Handy der Entführten. Außerdem wurden Blutspuren der Entführten auf dem Beifahrersitz ihres Autos nachgewiesen. Die Familie der Vermissten wendete sich außerdem in der ZDF- Sendung "XY-Aktenzeichen" in einem verzweifelten Appell an die Täter. "Wir flehen sie an, die für uns alle so qualvolle Situation positiv zu beenden", sagte der Sohn. Keine heiße Spur zu den Entführern. Bei der Polizei gingen bisher insgesamt gut 1800 Hinweise aus der Bevölkerung ein, aus denen mehr als 1000 Spuren hervorgingen. Nahezu 800 davon sind von den Ermittlerteams der Sonderkommission bisher bearbeitet worden. Eine heiße Spur zu den Entführern gibt es nicht. Für Hinweise, die zur Freilassung Bögerls führen, ist eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.