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     HIZ - Artikel  vom  18 Juni  2010                     

So gehen Sie Trickdieben nicht auf den Leim

Für Trickdiebinnen und Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür. Daher sollten ältere Menschen zum Schutz vor Trickdieben folgende Ratschläge unbedingt beherzigen:
  • Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!
  • Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den "Türspion" oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch.
  • Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort - legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an.
  • Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür (Beispiel: Bitte um Schreibzeug oder um ein Glas Wasser): Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen? Warum wenden sich die Besucher im Notfall nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte oder ein Geschäft, sondern an eine (abgelegene) Privatwohnung?
  • Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen und halten Sie dabei die Tür gesperrt.
  • Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst heraus und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu.
  • Lassen Sie Handwerker nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.
  • Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen.
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.
  • Pflegen Sie Kontakt zu älteren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen und übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.

Bitte beachten Sie: Nach DIN 68706 beträgt die Normhöhe für ein Guckloch ("Türspion") in Wohnungstüren 140 cm. In Mietwohnungen bedarf der nachträgliche Einbau eines Türspions der Zustimmung des Vermieters. Nach der Rechtsprechung hat der Mieter im Allgemeinen einen Anspruch auf diese Zustimmung, da das Schutzinteresse des Mieters gegenüber dem Eigentumsinteresse des Vermieters als höherwertig gilt. Allerdings muss sich der Mieter meist zur Montage durch einen Fachbetrieb sowie zum Ausbau nach Beendigung des Mietverhältnisses verpflichten.

Schutz bieten Türspaltsperren ("Sicherheitskette", Sperrbügel), deren Montage allerdings auch eine Veränderung der Wohnungstür und somit das Einverständnis des Vermieters erfordert. Dann ist eine "Türgriffkette" die beste Alternative: Sie wird neben der Tür in der Wand befestigt und einfach am Türgriff eingehängt, die Wohnungstür bleibt unversehrt.

In verschiedenen Gemeinden gibt es Selbsthilfegruppen von Senioren-, Nachbarschafts-, Opferhilfe- oder ähnlichen sozialen Organisationen, die bedürftigen älteren Mietern einfache Sicherungstechnik kostenlos oder preisgünstig montieren.