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     HIZ - Artikel  vom  01. Februar 2011              

Rentenkürzungen werden vorausgeplant.
Die Zuverdienstgrenze für Rentner unter 65 soll angehoben werden. So schafft sich die Regierung Luft für weitere Rentenkürzungen.
Werder (Havel): - Ruheständler können zukünftig auf eine stärkere Aufbesserung ihrer kargen Altersrenten hoffen. Wie die Internetausgabe der "Bild" berichtet, haben sich Fachpolitiker von Union und FDP auf eine Anhebung der Zuverdienstgrenzen verständigt. Wer vor dem 65 Lebensjahr in Altersrente geht, soll mit einem Zuverdienst maximal das letzte Bruttogehalt erreichen dürfen. Die Änderung soll den Angaben zufolge bis Ende 2011 umgesetzt werden. Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, bestätigte der "Bild" das Vorhaben. "Die Regelung ermöglicht älteren Menschen, schrittweise in Ruhestand zu gehen", sagte Kolb. Auch die Wirtschaft profitiere. "Mit der Änderung wird zugleich Firmen geholfen, ältere Arbeitskräfte zu gewinnen oder zu halten", erklärte der FDP-Politiker. Das neue Modell würde einer Verkäuferin mit einem Bruttogehalt von zuletzt 2200 Euro im Monat und einer Altersrente von 730 Euro einen Zuverdienst von bis zu 1470 Euro monatlich erlauben, ohne Einbußen bei der gesetzlichen Rente hinnehmen zu müssen. Bisher sind nur maximal 400 Euro Zuverdienst pro Monat zulässig. Einnahmen darüber werden mit der Rente verrechnet. Von der möglichen Neuregelung profitieren würden voraussichtlich weit mehr als 300.000 der etwas über 700.000 Neurentner im Jahr. In den nächsten Monaten soll ein entsprechendes Gesetz erarbeitet und noch im laufenden Jahr in geltendes Recht umgesetzt werden. Unberührt bleiben sollen die Vorschriften für Ruheständler ab 65. Sie können schon heute unbegrenzt dazuverdienen.
HIZ - Kommentar:
Mit der Anhebung der Zusatzverdienstgrenze für Frührentner schießt sich die Regierung selbst ins Knie. Arbeiter beantragen dann früher ihre Rente und gehen weiter an ihre Arbeit. Der Chef behält oder nimmt sie gerne, denn sie kosten keine Sozialleistungen mehr. (Urlaub, Krankengeld u.s.w.) Er spart so eine andere Sozialbeiträge zahlende Arbeitskraft ein, die er dann in Hartz IV  schicken kann. Der Staat unterstützt dann lieber einen Hartz IV - Empfänger mehr, als dass er einem Rentner etwas mehr Rente zugesteht, so dass dieser nicht arbeiten gehen muss. Aber die Regierung hat ja Hintergedanken. Wenn der Rentner hinzuverdient, so hat er wieder genügend Auskommen und die Rente kann weiter gekürzt werden. Schlecht für die, die als Rentner keinen Arbeitsplatz mehr finden. Der Unterschied zwischen deutschen, französischen und englischen Rentnern ist bekannt. Der Engländer steht morgens auf, trinkt seinen Tee und geht zum Pferderennen. Der Franzose steht morgens auf, trinkt seinen Rotwein und geht zur Freundin. Der deutsche Rentner steht morgens auf, nimmt seine Herztropfen und rennt  an die Arbeit.