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Ausgleich
Kampfmittelräumdienstkosten.
Kampfmittelräumdienstkosten gehen alle etwas an und ist nicht nur
Ländersache.
Werder(Havel)/Potsdam:
- Das Land Brandenburg bringt morgen, am 28.08.2011,
gemeinsam mit Niedersachsen einen Gesetzentwurf in den Bundesrat ein, mit
dem eine Beteiligung des Bundes an den Kosten für die Suche und Beräumung
alliierter Kampfmittel erreicht werden soll. Die
Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatssekretärin Tina Fischer,
begründete heute die Initiative: „Brandenburg weist den höchsten Anteil an
kampfmittelbelasteten Gebieten aller Länder der Bundesrepublik auf. Rund
375.000 Hektar seiner Gesamtfläche gelten noch immer als belastet. Jahr für
Jahr müssen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes hunderte
Tonnen verschiedenster Kampfmittel, wie Spreng- und Brandbomben, Minen,
Nahkampfmittel wie Handgranaten, Granaten, Raketen und große Mengen an
Kleinmunition vernichtet werden.“ Innenminister
Dietmar Woidke betonte: „Dieses gefährliche Kriegserbe wird uns noch lange
Zeit belasten. Seine Beseitigung kostet immense Summen.
Obwohl Brandenburg trotz bekannter Haushaltsprobleme mit
zweistelligen Millionenbeträgen im Interesse der Kommunen Jahr für Jahr an
die Schmerzgrenze geht, reicht es nicht. Die jetzige Situation ist völlig
unbefriedigend und verlangt ein Umdenken in Berlin. Es ist nicht einzusehen,
dass sich der Bund in dieser Frage immer noch völlig raus hält und lediglich
bei reichseigener Munition in die Tasche greift. Wir setzen auf ein starkes
Signal der Länder, dass der Bund nicht überhören kann.“ Staatssekretärin
Fischer erläuterte: „Die Kosten für die Beseitigung von Kampfmitteln
alliierter Herkunft gehen ausschließlich zu Lasten des Landes. Ich hoffe
sehr, dass die neue Initiative Unterstützung findet und wir zumindest
finanziell nicht länger alleine mit diesen hochgefährlichen Kriegsfolgen
fertig werden müssen.“ Alleine in der Stadt
Oranienburg wurden in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 162 Großbomben
geborgen und unschädlich gemacht, darunter 93 Sprengbomben mit
Langzeitzündern. Das Land Brandenburg hat seit den
90er Jahren mehrfach versucht, den Bund über entsprechende Initiativen
stärker in die Finanzierung der Kampfmittelräumung einzubinden. Die Vorstöße
sind jedoch jeweils gescheitert – oder der Diskontinuität verfallen. Die
neue Initiative von Niedersachsen und Brandenburg stützt sich im
Wesentlichen auf die bisherigen Gesetzentwürfe und berücksichtigt zusätzlich
Altlasten auf Grundstücken, die zwischen 1933 und 1945 von Kampfmitteln
besonders betroffen wurden. |