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      HIZ - Artikel   vom  24. September  2012    

„PAPIER & LEIM“ und „Waldsymphonie“
Neues Raumerlebnis im Kunst-Geschoss Werder (Havel).
Werder (Havel): - Schüler und Lehrerin vereint in der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS. Monika Olias, Mitinitiatorin und Gründerin der Kunstschule Potsdam/Babelsberg, kennt Christoph Knäbich seit über 22 Jahren. Er war mit 11 Jahren einer ihrer Schüler, später studierte Christoph Knäbich an der UdK Berlin bei David Evison Bildhauerei. Heute ist Christoph Knäbich selbst Dozent an der Kunstschule Potsdam/Babelsberg. Beide Künstler benutzen das Medium Papier für ihre künstlerische Arbeit. Monika Olias findet in 39 farbig behandelten Papiercollagen ihr ganz persönliches künstlerisches Ausdrucksmittel. Angeregt wird die Künstlerin durch persönliche Erlebnisse und vor allem durch Reisen. Die Maueröffnung im November 1989, mit den darauf folgenden Reisemöglichkeiten, sieht die Künstlerin als einen bestimmenden Punkt ihres Lebens.

Christoph Knäbich, erschuf in neunmonatiger Arbeit über 540 handgeschöpfte und gleichgeformte Dreiecke aus Papiermaché, die flexibel mit Jutegewebe verbunden sind. Er fügte diese Dreiecke in der Stadtgalerie zu einer großen Fläche zusammen. Durch das Aufeinandertreffen von jeweils sechs Dreiecken in Folge lässt sich somit eine, am Boden „verformbare“ Fläche erstellen. Mit seiner „Promenade“ tritt er mit dem Besucher der Ausstellung in Kommunikation und verunsichert diesen gleichzeitig. Sein Hinzufügen von zwei Sitzbänken lässt den Eindruck einer urbanen Platzsituation entstehen, deren Verwerfung irritierend auf den Betrachter einwirkt, ihn aber genau damit zu neuen Gedanken anregt. Die Fläche gibt den gesamten Blick auf die farbigen Collagen von Monika Olias, mit interessanten Wechselwirkungen frei und vermittelt einen völlig neuen Raumeindruck der Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS, so der Kurator der Ausstellungen – Frank W. Weber.

Voller Erwartung waren viele Kunstinteressierte angereist um der Vernissage beizuwohnen. Bein Betreten der Kunsthalle fielen sofort die wunderschönen Gemälde an den Wänden durch ihre Farbzusammenstellung auf. Irritiert schauten jedoch einige Betrachter auf den Raummittelpunkt wo es aussah, als ob das Verpackungsmaterial der Bilder noch nicht zur Seite geräumt worden war. Reste aus der Abfallkiste des Holzzuschnittes eines Baumarktes lagerten neben anderen undefinierbaren Gegenständen. Es sah aus, als ob ein Teil einer heruntergestürzten Decke inmitten im Raum lag. Die Holzgebilde waren aus unbehandelten, teils keilförmigen Abfällen einer Spanplatte  vom Holzzuschnitt. Es dauerte lange, bis klar wurde, dass es sich hierbei um schaffende Kunst handeln soll. Die Situation erinnerte ein wenig an das Märchen:  "Des Königs neue Kleider", wo alle des Königs neue Kleider bewunderten, weil sie nicht zugeben wollten, dass sie keine Ahnung hatten, bis ein Kind rief: "Der hat ja nur Unterhosen an" So ist auch hier schwer an Kunst zu glauben. Es ist eher zu glauben, dass ein kleines Kind aus nicht zusammenpassenden Holzresten einen Hasenstall bauen wollte. Trotzdem standen "angebliche Kunstkenner" gedankenverloren davor und bewunderten die Holzreste aus der Abfallkiste.