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     HIZ - Artikel  vom  30. Oktober 2010             

Denkmalpflege in Brandenburg.
Das Lendelhaus in Werder (Havel) wurde "Denkmal des Monats Oktober 2010"
Werder:
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Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg, zu deren Mitgliedern die Stadt Werder (Havel) zählt, will die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt stärken und die Vielfalt der kulturellenLendelhaus in werder (Havel) Tradition in der Altstadt erlebbar machen.  Die Arbeitsgemeinschaft zeichnet zu diesem Zweck jeden Monat ein Denkmal aus. In diesem Jahr erfolgte die Auswahl unter dem Leitmotiv  „Frauen machen Stadt“.  Im Oktober wurde das „Freigut Lendelhaus“ in Werder (Havel), Am Markt 21 „Denkmal des Monats Oktober“ 2010. Im Beisein von Brandenburgsbauminister Jörg Vogelsänger wurde die Auszeichnungsurkunde zuerst an die 1. Beigeordnete der Stadt Werder Manuela Saß überreicht, die sie dann an den jetzigen Betreiber des "Restaurantes Lendelhause" weiter reichte. Die Betreiberin und Geschäftsführerin ist Christine Steinbach, eine Ur-Werderanerin und gut befreundet mit der Familie Lendel – über Ecken Verwandte des ursprünglichen Betreibers der ehemaligen Fabrik. Ermöglicht wurde die Sanierung des Gebäudes durch Mittel der Städtebauförderung, die das Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) 1997 bis 1999 bewilligt hat. Das Wohngebäude Am Markt 21
Lendelhaus in werder (Havel)Denkmal des Monats Oktober 2010
wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Brauerei errichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen auf dem Grundstück außerdem Fabrikgebäude hinzu. Fortan wurden unter dieser Adresse, in der Lendelschen Saft- und Konservenfabrik, Obstwein, Säfte und Marmeladen produziert. Aus gleicher Zeit stammt auch der in der Inselstadt Werder weithin sichtbare Industrieschornstein. Noch bis 1990 wurde hier weiter Obst verarbeitet. Seit den Neunzigerjahren
standen die Gebäude leer. Der zunehmende Verfall machte Notsicherungsmaßnahmen an den Gebäuden und deren Dächern notwendig. Diese wurden vom Land Brandenburg finanziert. Mit der Sanierung des Wohnhauses Ende der Neunzigerjahre war der erste Schritt zur Neugestaltung des gesamten Komplexes getan. Ein
Denkmal des Monats Oktober 2010Denkmal Lendelhaus Werder (Havel)
weiterer folgte mit der Sanierung des Industrieschornsteins im Jahr 2009. Auch die Saftfabrik soll ein neues Aussehen erhalten. Hierfür stellt das Land 170.000 Euro aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz bereit. Die Böttcherei wird durch den Eigentümer mit eigenen Mitteln saniert. Mittlerweile hat sich der Markt 21 in Werder auch durch seine lebendige kleingewerbliche Mischnutzung als Kunst- und Kulturstandort, der die Innenstadt stärkt, etabliert. Das im Lendelhaus ansässige Restaurant feierte seinen ersten Geburtstag, in Galerie und Ateliers stellen Künstler aktuell ihre Werke aus, ein Wellnessbereich lädt zum Entspannen ein. Der kürzlich eröffnete Laden der Region bietet Produkte aus dem Havelland an, so auch Obst und Gemüse. Damit ist es gelungen, an die Tradition vergangener Tage anzuknüpfen.
Denkmal Lendelhaus Werder (Havel)