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Denkmalpflege in Brandenburg.
Das Lendelhaus in
Werder (Havel) wurde "Denkmal des Monats Oktober 2010"
Werder: –
Die
Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes
Brandenburg, zu deren Mitgliedern die Stadt Werder (Havel) zählt, will die
Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt stärken und die Vielfalt der
kulturellen
Tradition in der Altstadt erlebbar machen. Die
Arbeitsgemeinschaft zeichnet zu diesem Zweck jeden Monat ein Denkmal aus. In
diesem Jahr erfolgte die Auswahl unter dem Leitmotiv „Frauen machen
Stadt“. Im Oktober wurde das „Freigut Lendelhaus“ in
Werder (Havel), Am Markt 21 „Denkmal des Monats
Oktober“ 2010.
Im Beisein von
Brandenburgsbauminister Jörg Vogelsänger wurde die Auszeichnungsurkunde
zuerst an die 1. Beigeordnete der Stadt Werder Manuela Saß überreicht, die
sie dann an den jetzigen Betreiber des "Restaurantes Lendelhause" weiter
reichte. Die Betreiberin und Geschäftsführerin ist Christine Steinbach, eine
Ur-Werderanerin und gut befreundet mit der Familie Lendel – über Ecken
Verwandte des ursprünglichen Betreibers der ehemaligen Fabrik. Ermöglicht wurde die Sanierung des Gebäudes durch Mittel der
Städtebauförderung, die das Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) 1997 bis
1999 bewilligt hat. Das Wohngebäude Am Markt 21
  wurde Ende des 18.
Jahrhunderts als Brauerei errichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen
auf dem Grundstück außerdem Fabrikgebäude hinzu. Fortan wurden unter dieser
Adresse, in der Lendelschen Saft- und Konservenfabrik, Obstwein, Säfte und
Marmeladen produziert. Aus gleicher Zeit stammt auch der in der Inselstadt
Werder weithin sichtbare Industrieschornstein. Noch bis 1990 wurde hier
weiter Obst verarbeitet. Seit den Neunzigerjahren
standen die Gebäude leer. Der zunehmende Verfall machte Notsicherungsmaßnahmen an den Gebäuden und
deren Dächern notwendig. Diese wurden vom Land Brandenburg finanziert. Mit
der Sanierung des Wohnhauses Ende der Neunzigerjahre war der erste Schritt
zur Neugestaltung des gesamten Komplexes getan. Ein
  weiterer folgte mit der
Sanierung des Industrieschornsteins im Jahr 2009. Auch die Saftfabrik soll
ein neues Aussehen erhalten. Hierfür stellt das Land 170.000 Euro aus dem
Programm Städtebaulicher Denkmalschutz bereit. Die Böttcherei wird durch den
Eigentümer mit eigenen Mitteln saniert. Mittlerweile hat sich der Markt 21
in Werder auch durch seine lebendige kleingewerbliche Mischnutzung als
Kunst- und Kulturstandort, der die Innenstadt stärkt, etabliert. Das im Lendelhaus ansässige Restaurant feierte seinen ersten Geburtstag, in Galerie
und Ateliers stellen Künstler aktuell ihre Werke aus, ein Wellnessbereich
lädt zum Entspannen ein. Der kürzlich eröffnete Laden der Region bietet
Produkte aus dem Havelland an, so auch Obst und Gemüse. Damit ist es
gelungen, an die Tradition vergangener Tage anzuknüpfen.
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