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     HIZ - Artikel  vom  16 August  2010                 

DDR-Unrecht.
2. Potsdamer MauerVerlauf zum Gedenken an ein "Verbrecherisches Regime"
Werder (Havel)/Potsdam:
- Am Freitag, dem 13. August 2010, fand in der Zeit von 16.00 bis 18.00 Uhr der 2. Potsdamer Potsdamer MauerverlaufMauerVerlauf statt. Etwas mehr als 28 Jahre teilte die Mauer unser Land, trennte Familien und Freunde, zerstörte Hoffnungen und Leben. Für die Menschen in der DDR war die Mauer nahezu unüberwindbar. Als sich das zwangsweise eingemauerte Volk im Herbst 1989 gegen den Herrschaftsanspruch der SED erhob, fiel auch die Mauer – und brachte den Staat DDR zum Einsturz. Auch in dieses Jahr wurde wieder an dieses Glück erinnern, aber auch an die vielen Opfer der SED-Diktatur, an den Tod von Flüchtlingen, an die Repression und Resignation -, denn niemals wieder soll eine Diktatur unsere Freiheit bedrohen. Dieses Jahr wollten die Veranstalter bewusst die Veranstaltung am Tag des
Potsdamer Mauerverlauf
Mauerbaus, dem 13. August, durchführen. ca. 500 Bürger versammelten sich um 16.00 Uhr an der Glienicker Brücke um die NIKE, an der bereits Kränze für die Opfer niedergelegt waren. Nach einer kurzen Ansprache des Potsdamer MauerverlaufPotsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) und einer Gedenkminute für die Opfer wanderten alle gemeinsam am Ufer des Jungfernsees entlang, der ehemaligen Grenze bis kurz vor den Cecilienhof und dann wieder zurück zur Glienicker Brücke. Dieser Weg war nicht allzu beschwerlich, so dass jedermann, auch Kinder, daran teilnehmen konnten. An zwei Haltepunkten informieren der Veranstalter über das DDR-Grenzregime und erinnern auch an mehrere Mauerschicksale. Um 18.00 Uhr begann die Abschlussveranstaltung im Garten der Villa Schöningen mit einem kleinen Imbiss und einem Konzert des Liedermachers Stephan Krawczyck mit alten und neuen politischen und unpolitischen Liedern. Neben dem Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und der Bürgermeisterkandidatin der CDU Barbara Richtstein war auch der Bürgermeisterkandidat der
Potsdamer Mauerverlauf
Nachfolgepartei der SED "Die Linke" vor Ort. Er wurde öffentlich lautstark angeprangert, dass er, - ein ehemaliger  "Stasispitzel"- Anspruch auf den Stuhl des Oberbürgermeisters der Stadt Potsdam erhebt. Gemeint war hiermit Oberbürgermeisterkandidat Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg (Die Linke - ehemalige SED)Potsdamer Mauerverlauf
Information des Bürgerbündnisses "Politik-in-der-Mitte"  aus Potsdam:      
Seit 1978 war Scharfenberg als IM-Vorlauf „Johnson“ für das Ministeriums für Staatssicherheit tätig. Eine Verpflichtungserklärung als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) „Hans-Jürgen“ unterschrieb er 1980. Er berichtete regelmäßig über Kollegen, Vorgesetzte und Nachbarn. Er wurde als ehrlich und aufrichtig dem MfS gegenüber eingeschätzt und forderte, dass die ausreisewilligen politischen Gegner mit „geeigneten Mitteln“ bekämpft werden müssen. Zudem soll er über „homosexuelle Neigungen“ von Arbeitskollegen und „Exzessen mit Frauen“ im Umfeld der Akademie für Staat und Recht berichtet haben. Die Zusammenarbeit mit dem MfS endete 1985 auf eigenen Wunsch. Scharfenberg legte seine MfS-Tätigkeit 1995 offen, als er Fraktionsvorsitzender in der Potsdamer Stadtverordneten- versammlung wurde, ohne jedoch Details zu seiner Zusammenarbeit zu nennen. Zuvor hatte er versucht, seine Enttarnung zu verhindern. Im Zuge seiner Kandidatur zum Oberbürgermeisteramt in Potsdam forderte die Partei Die Linke einen Nachweis von Scharfenberg, dass dieser seine Stasi-Tätigkeit tatsächlich gemäß Parteitagsbeschluss von 1991 offen gelegt habe.