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DDR-Unrecht.
2. Potsdamer
MauerVerlauf zum Gedenken an ein "Verbrecherisches Regime"
Werder (Havel)/Potsdam: -
Am Freitag, dem 13. August 2010, fand in der Zeit von 16.00 bis 18.00 Uhr
der 2. Potsdamer
MauerVerlauf statt. Etwas mehr als
28 Jahre teilte die Mauer unser Land, trennte Familien und Freunde,
zerstörte Hoffnungen und Leben. Für die Menschen in der DDR war die Mauer
nahezu unüberwindbar. Als sich das zwangsweise eingemauerte Volk im Herbst 1989 gegen
den Herrschaftsanspruch der SED erhob, fiel auch die Mauer – und brachte den
Staat DDR zum Einsturz.
Auch in dieses Jahr wurde wieder an dieses Glück erinnern, aber auch an
die vielen Opfer der SED-Diktatur, an den Tod von Flüchtlingen, an die Repression
und Resignation -, denn niemals wieder soll eine Diktatur unsere Freiheit
bedrohen.
Dieses Jahr wollten die Veranstalter bewusst die Veranstaltung am Tag des
 Mauerbaus, dem
13. August, durchführen.
ca. 500 Bürger versammelten sich um 16.00 Uhr an der Glienicker Brücke um die NIKE,
an der bereits Kränze für die Opfer niedergelegt waren.
Nach einer kurzen Ansprache des
Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) und
einer Gedenkminute für die Opfer
wanderten alle gemeinsam am Ufer
des Jungfernsees entlang, der ehemaligen Grenze bis kurz vor den Cecilienhof und dann
wieder zurück zur Glienicker Brücke.
Dieser Weg war nicht allzu beschwerlich, so dass jedermann, auch Kinder,
daran teilnehmen konnten.
An zwei Haltepunkten informieren der Veranstalter über das DDR-Grenzregime und erinnern
auch an mehrere Mauerschicksale.
Um 18.00 Uhr begann die Abschlussveranstaltung im Garten der Villa
Schöningen mit einem kleinen Imbiss und einem Konzert des Liedermachers
Stephan Krawczyck mit alten und neuen politischen und unpolitischen Liedern.
Neben dem Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und der
Bürgermeisterkandidatin der CDU Barbara Richtstein war auch der
Bürgermeisterkandidat der
 Nachfolgepartei der SED "Die Linke" vor Ort.
Er wurde öffentlich lautstark
angeprangert, dass er, - ein ehemaliger "Stasispitzel"- Anspruch auf den
Stuhl des Oberbürgermeisters der Stadt Potsdam erhebt. Gemeint war hiermit
Oberbürgermeisterkandidat Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg (Die Linke -
ehemalige SED) Information
des Bürgerbündnisses "Politik-in-der-Mitte" aus Potsdam: Seit 1978 war
Scharfenberg als IM-Vorlauf „Johnson“ für das Ministeriums für
Staatssicherheit tätig. Eine Verpflichtungserklärung als Inoffizieller
Mitarbeiter (IM) „Hans-Jürgen“ unterschrieb er 1980. Er berichtete
regelmäßig über Kollegen, Vorgesetzte und Nachbarn. Er wurde als ehrlich und
aufrichtig dem MfS gegenüber eingeschätzt und forderte, dass die
ausreisewilligen politischen Gegner mit „geeigneten Mitteln“ bekämpft werden
müssen. Zudem soll er über „homosexuelle Neigungen“ von Arbeitskollegen und
„Exzessen mit Frauen“ im Umfeld der Akademie für Staat und Recht berichtet
haben. Die Zusammenarbeit mit dem MfS endete 1985 auf eigenen Wunsch.
Scharfenberg legte seine MfS-Tätigkeit 1995 offen, als er
Fraktionsvorsitzender in der Potsdamer Stadtverordneten- versammlung wurde,
ohne jedoch Details zu seiner Zusammenarbeit zu nennen. Zuvor hatte er
versucht, seine Enttarnung zu verhindern. Im Zuge seiner Kandidatur zum
Oberbürgermeisteramt in Potsdam forderte die Partei Die Linke einen Nachweis
von Scharfenberg, dass dieser seine Stasi-Tätigkeit tatsächlich gemäß
Parteitagsbeschluss von 1991 offen gelegt habe. |