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              HIZ - Artikel      vom     14.  August   2013         

Sozialpartner auf Brandenburg-Tour:
Land Brandenburg fördert die Ausbildung junger Fachkräfte und will so dem Fachkräftemangel vorbeugen.
Werder (Havel)/Potsdam:
- Gute Ausbildung ist ein zentraler Baustein zur Fachkräftesicherung in Brandenburg. Das bekräftigte der Brandenburger Sozialpartnerdialog am Donnerstag, dem 08.08.2013 auf einer Informationstour. Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern besuchten gemeinsam mit Arbeitsstaatssekretär Wolfgang Schroeder in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel gute Beispiele für betriebliche Ausbildung. Schroeder: „Jeder junge Mensch muss in Brandenburg die Chance auf eine gute Ausbildung bekommen. Vor allem Leistungsschwächeren bleibt der Zugang in Ausbildung noch zu oft verwehrt. Das muss sich dringend ändern. Die Ausbildung von jungen Menschen muss verstärkt werden." An der Informationstour nahmen etwa 10 Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften (DGB, Ver.di, IG Metall, IG BAU und NGG) und Arbeitgebern (UVB und DeHoGa) teil.  Besucht wurden das Oberatufenzentrum Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin, das Hotel & Restaurant Am Alten Rhin in Altruppin und die Bäckerei & Konditorei Plentz in Oberkrämer.

Oberstufenzentrum gleich Ausbildungsförderung.
Das Oberstufenzentrum und die beiden Betriebe engagieren sich bereits seit Jahren für gute Ausbildung von jungen Menschen und wurden dafür auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Das OSZ Ostprignitz-Ruppin ist mit rund 1.800 Schülerinnen und Schülern das zentrale Bildungszentrum in der Region um Neuruppin. Es hat eine hohe Vernetzung mit ausbildungsrelevanten Akteuren vor Ort und unterstützt im Besonderen benachteiligte Jugendliche intensiv bei der Berufsvorbereitung und beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.
Schroeder In Brandenburg haben viele Betriebe erkannt, dass die Fachkräfte. sicherung am besten durch die eigene Ausbildung funktioniert. Viele investieren in eine gute Ausbildung von jungen Menschen und gehen inzwischen auch neue Wege, um Jugendliche für ihre Ausbildungsplätze zu gewinnen. Wer selbst ausbildet, der wird auch in Zukunft seine freie Stellen mit qualifizierten Fachkräften besetzen können. Eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung.' Er betonte: „Jeder Mensch hat Stärken,  angesichts der demografischen Entwicklung müssen Betriebe bereit sein, jungen Menschen mit Startschwierigkeiten dabei zu helfen, ihre Talente zu entdecken, zu fördern und in der Praxis einzusetzen."

Ausbildung ist rückläufig.
Schroeder: Rund 18 Prozent der märkischen Auszubildenden beenden ihre Ausbildung ohne erfolgreichen Berufsabschluss, rund ein Drittel löst ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig auf, da sie sich zum Beispiel für einen anderen Beruf oder anderen Wohnort entschieden haben. Trotz des steigenden Fachkräftebedarfs in Brandenburg ist die Ausbildungsbeteiligung In Brandenburg aber rückläufig: 56 Prozent der Betriebe haben eine Ausbildungsberechtigung (2011. 57 %). Aber nur 38 Prozent davon bildeten im Jahr 2012 Fachkräfte aus, im Vorjahr waren es noch 42 Prozent. Damit liegt Brandenburg fünf Prozentpunkte unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Im Ausbildungsjahr 2012/2013 wurden bis Juni der Bundesagentur für Arbeit 10.361 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet. Im Vorjahr waren es noch 11.177. Das sind 816 oder 7,3 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Für ganz Ostdeutschland gibt es hier einen Rückgang von 3,8 Prozent.  Schroeder: „Diese Entwicklung auf dem Brandenburger Ausbildungsmarkt gibt Anlass zur Sorge. Natürlich geht auch die Zahl der Bewerber zurück, aber bei weitem nicht so deutlich wie die Zahl der Lehrstellen Über 4.700 junge Märker haben Anfang August, kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres noch keine ihnen passende Lehrstelle gefunden. Wenn sie ihren Traumberuf nicht in Brandenburg lernen können bleiben sie arbeitslos.
Den jungen Menschen muss wieder vermittelt werden, dass Hartz4 kein Ziel sein kann, auch wenn man hier ein bequemeres Leben führen kann..