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     HIZ - Artikel  vom  06. April   2010                 

Das Osterfeuer und seine Bedeutung:
Ganz Werder(Havel) stand in Flammen.
Werder: Das Osterfeuer stammt von einer Tradition des Frühlingsfeuers aus dem Mittelalter ab. Es war der heidnische Brauch, mit dem die Geister des Winters vertrieben wurden.  Meist wurde es auf einem Hügel oder Berg entfacht um die Frühlingssonne zu begrüßen. Als Zeichen für das Ende des  Winter wurden zum teil selbstgefertigte Strohpuppen auf dem Feuerhaufen verbrannt. Diesen Brauch des Verbrennens von Strohpuppen findet man auch heute noch vereinzelt bei Osterfeuern. Große Haufen von Holz werden meist Tage oder sogar Wochen vorher von freiwilligen Helfern der Dorfjugend oder er örtlichen Feuerwehr gesammelt. Die Bürger werden aufgefordert altes Holz und anderen Brennstoff zur Verfügung zu stellen, so hat jeder die Möglichkeit sich an dem Feuer zur Herbeirufung des Frühlings zu beteiligen. In manchen Dörfern ist es üblich, dass die männliche Dorfjugend den Holzhaufen in der Nacht vom Freitag zum Samstag bewacht. Damit soll verhindert werden, dass Bewohner der umliegenden Dörfern das Osterfeuer frühzeitig in Brand stecken – Das, so der Aberglaube, bringt Unglück und Spott über die Gemeinde. Auch heute noch ist vielerorts das Osterfeuer ein

gesellschaftliches Ereignis. Inzwischen gibt es auch immer mehr kleine, private Osterfeuer-Feiern auf Privatgelände. In vielen Orten sind Osterfeuer heute jedoch genehmigungspflichtig. Teilweise wird auch vielerorts Baumschnitt verbrannt, der wegen Insektenbefall nicht kompostiert werden kann. Hier ist Verbrennen sogar die umweltfreundlichere Entsorgung dieses Insektenbelastendes Materials.
Wir haben uns einmal in Werder(Havel) nach Osterfeuern umgesehen. Erste Station war der Ortsteil Töplitz. Dort hatte die örtliche Feuerwehr und der Förderverein der Feuerwehr zum 19. mal das Osterfeuer an der Badestelle organisiert. Ein Ereignis für den ganzen Stadtteil. Mit Musik, Grillgut und reichlichen Getränken

wartete man auf die Dunkelheit, um das Osterfeuer endlich anzuzünden. Im Falle das es regnete hatte man ein großes Zelt aufgebaut. Die Jugend der Feuerwehr wollte nicht zu lange warten und entfachten frühzeitig ihr eigenes kleines Osterfeuer. Als nächstes sahen wir uns das Osterfeuer in Werder(Havel) auf der Bismarckhöhe an. Nach steilem Treppenaufstieg erreichen wir die windige Höhe und stellten fest, dass dort der Besucherstrom sehr spärlich war. Die Kinder jedoch hatten auch dort ihr eigenes Vergnügen. An aufgestellten Tischen war für reichliche Unterhaltung gesorgt. Malen, Basteln und andere Spiele waren als Zeitvertreib der Kleinen angesagt. Auch dort gab es kleine Feuer, in deren flammen die Kleinen unter Aufsicht ihrer Eltern an langen Stöcken Brotteig braten und selbst verzehren konnten. Der starke Wind und die Kälte hielten wohl viele Bürger ab, sich die Mühe des Treppensteigens zu machen. Jedoch wurden die wenigen Besucher mit einem weiten

Rundumblick über Werder(Havel) entschädigt. Man konnte viele Osterfeuer entdecken. Sehr viele auch in Privatgärten inmitten der Stadt. Als letztes besuchten wir das Osterfeuer auf dem Wachtelberg.  Mit dem Fahrzeug konnte man schon gar nicht in die Nähe kommen. Der Aufstiegsweg war stark mit Menschen übersäht. Als wir oben ankamen stellten wir fest, hier war die "Hölle" los, hier tanzte der "Bär". Sehr viele Besucher auch aus dem nahen Berlin waren angereist und verkosteten den guten "Wachtelberger Wein". Die Feuerwehr der Stadt Werder(Havel) unterhielt ein großes Osterfeuer und sorgte andauernd für reichlich "Brennbares".

Aufgestellte Ausschankstellen unterstützen die Weintine beim Weinausschank. Grillbratereinen boten "frisch Gegrilltes" an und die  "Liveband - Old Rebels" sorgte für richtige Stimmungsmusik aus den 70er und 80er Jahren. Man schätzte die Besucherzahl auf 600 bis 700 Personen. Es war ein laufendes Kommen und Gehen. Der Wettergott hatte ein Einsehen und belohnte die Feierungswilligen mit einer für die Jahreszeit angenehmen Witterung, so dass auch viele die Gelegenheit nutzen und einen kleinen Spaziergang durch die Weinberge machten. So feierten alle bis in die frühen Morgenstunden.                                
                           hiz/qu