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Bundesamt plant Pkw-Maut, 15.04.2010 | cs mit apn und dpa
Autofahren wir
immer mehr zum Luxus!
Werder: Das Umweltbundesamt hat konkrete Pläne für eine
flächendeckende und von der Fahrstrecke abhängige Pkw-Maut vorgestellt. Der
Staat könne mit einer solchen
Abgabe
am besten den Autoverkehr steuern und die Umwelt entlasten, schreibt die
Dessauer Behörde in einer noch unveröffentlichten Studie, die der "Berliner
Zeitung" vorliegt. Leidtragende wären Millionen Autofahrer, die jährlich
viele hundert Euro für die Nutzung auf Deutschlands Straßen zahlen müssten.
Konkret sind Gebühren von drei bis vier Euro pro hundert Kilometer geplant.
Die drei bis vier Euro pro hundert Kilometer seien nötig, um allein die
Wegekosten ohne Gesundheits- oder Umweltfolgen zu decken. Zum Ausgleich
komme die Abschaffung der Kfz-Steuer in Betracht. Umweltbundesamt-Chef
Jochen Flasbarth sagte dem Blatt: "Die streckenbezogene Maut ist die
gerechteste Lösung, weil die Kosten dort bezahlt werden, wo sie entstehen."
Pkw-Verkehr für den Staat ein Zuschussgeschäft
Derzeit kostet der Pkw-Verkehr laut Umweltbundesamt den Staat jährlich 47
Milliarden Euro mehr, als er über Benzin- und Kfz-Steuern sowie Parkgebühren
einbringt. Die Einnahmen der Maut könnten in den Bau und Erhalt von Straßen
fließen oder in die Modernisierung des Bahnnetzes.
Verkehr ökologisch steuern.
Die flächendeckende Maut nach Fahrleistung ist aus Sicht des
Umweltbundesamts ideal, um den Verkehr ökologisch zu steuern. So ließen sich
die Sätze für saubere und leise Autos senken, sagte Flasbarth. Für die
Nutzung stark belasteter oder schutzwürdiger Regionen könnten sie steigen.
"Wenn der Kölner Ring morgens verstopft ist, wird es dort zu dieser Zeit
teurer. Das führt zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Straßen, auch das
ist gut für die Umwelt", erklärte der Chef des Umweltbundesamtes, der
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) berät. Neben dem Umweltbundesamt hatte
sich erst kürzlich Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für eine Pkw-Maut
ausgesprochen, seine Äußerungen dann aber rasch wieder relativiert. So will
die Bundesregierung eine Kommission gründen, die eine Pkw-Maut prüfen soll.

FDP ist gegen eine Pkw-Maut
Dagegen sprach sich der FDP-Generalsekretär Christian Lindner am Wochenende
gegen die Einführung einer Pkw-Maut aus. Der "Passauer Neuen Presse" sagte
er: "Eine Pkw-Maut würde nur in den allgemeinen Haushalt fließen und nicht
für Investitionen im Verkehrsbereich eingesetzt." Die FDP sei nicht dafür zu
haben, "die Autofahrer weiter abzukassieren". Dagegen hatte CSU-Chef Horst
Seehofer bereits im vergangenen Jahr in einem Interview gesagt, die Pkw-Maut
werde über kurz oder lang kommen - und zwar ohne zusätzliche Belastungen für
die Autofahrer in Deutschland. |