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Erstmals weniger als 200
Verkehrstote in Brandenburg.
Durch gute Polizeiarbeit und
Geschwindig-keitskontrollen gingen die Verkehrsunfälle mit Todesfolge in
Brandenburg zurück.
Werder(Havel)/Potsdam: – Zum ersten Mal sind im Vorjahr auf Brandenburgs Straßen bei
Verkehrsunfällen weniger als 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl
der
Todesopfer im Straßenverkehr verringerte sich von 202 im Jahr 2009 auf 192.
Die heute von Innenminister Dietmar Woidke und Verkehrsminister Jörg
Vogelsänger gemeinsam vorgestellte Verkehrsunfallbilanz 2010 weist auch eine
geringere Zahl von Verletzten aus. Sie ging um 393 auf 10.299 Verletzte
zurück. Beide Minister werteten es als „ein wichtiges und erfreuliches
Signal“, dass die Gefahr, auf Brandenburgs Straßen bei einem Verkehrsunfall
Schaden zu nehmen, weiterhin abnimmt. „Brandenburg wird sicherer- auch im
Straßenverkehr“, so Woidke.
Mit der Fortsetzung dieses langjährigen Trends hat Brandenburg im Vorjahr
auch das Ziel der EU-Staaten aus dem Jahr 2000 erreicht, bis 2010 die Zahl
der Verkehrstoten mindestens zu halbieren. In Brandenburg, wo im Jahr 2000
noch 425 Menschen im Straßenverkehr starben, beträgt das Minus innerhalb
dieser 10 Jahre deutlich mehr als 50 Prozent.
Anders als bei den schweren Unfällen sieht die aktuelle Entwicklung bei den
sogenannten Blechunfällen ohne Personenschaden aus. Sie stiegen im Vorjahr
an. Das wirkte sich auf die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle aus, die 2010 um
rund acht Prozent von 82.899 auf 89.532 zunahmen. Dieser Zuwachs resultiert
aus den im Vorjahr ungewöhnlich strengen Wintermonaten, die mit viel Schnee
und Eis die Unfallkurve von Januar bis März und zuletzt auch im Dezember
klettern ließen.
Innenminister Woidke sagte:
„Festzuhalten ist, dass die Zahl der schweren Unfälle und die Zahl der
Unfallopfer weiter sinken. Und das trotz des tragischen Busunfalls im
September am Schönefelder Kreuz, der allein 14 Menschenleben gefordert hat.
Dagegen gab es insgesamt mehr Unfälle – das ist nicht schön, hängt aber hier
wie in anderen Bundesländern mit dem strengen Winter zusammen und bleibt
zumeist eine Frage der Blechunfälle.
Hinter den Trends und Gesamtzahlen verbergen sich jedoch einzelne
Problemfelder, wie die Alleen-Unfälle und der LKW-Verkehr, die uns seit
langem große Sorge machen. Hier muss gehandelt werden, um Leid und Tragik
auf unseren Straßen weiter zu verringern. Denn noch so gute Trends können
die erschütternden Folgen einzelner Unfälle und die Tragik der von einem
Unfall Betroffenen nicht mindern. Zielgerichtete Verkehrskontrollen, eine
ideenreiche Präventionsarbeit, aber auch sinnvolle Tempolimits sind deshalb
unverzichtbar.“
Verkehrsminister Vogelsänger erklärte:
„Wir werden bei den Landesstraßen mit Alleen prüfen, ob mehr Tempolimits
Sinn machen. Wir müssen versuchen, den Alleenschutz mit der
Verkehrssicherheit in Einklang zu bringen. Es gibt schmale Alleen, in denen
keine Schutzplanken mehr Platz finden. Hier wäre ein Tempolimit von 70
Stundenkilometern sinnvoll.“
Die Verkehrssicherheit bleibt nach den Worten beider Minister
ressortübergreifend ein Anliegen und eine Aufgabe für die
Landesregierung.

Handlungsbedarf sehen Woidke und Vogelsänger zuerst dort, wo die
Unfallsituation seit Jahren besonders problematisch ist. Das sind vor allem
die im Vorjahr 2.491 „Baumunfälle“ und 15.667 Unfälle im gewerblichen
Güterkraftverkehr. Zwar waren nur etwa 3 Prozent aller Unfälle ein
Baumunfall. Aber sie forderten 74 Tote und 1.141 Verletzte. Mit 11 Prozent
aller Verletzten und über 38 Prozent der Verkehrstoten sind die Kollisionen
mit Straßenbäumen die im Vergleich folgenschwersten Verkehrsunfälle. Woidke
wies genauso wie Vogelsänger auf den engen Zusammenhang dieser tragischen
Zahlen mit dem Alleenreichtum Brandenburgs hin. Es sei deshalb kein Zufall,
dass Brandenburg mit den ‚Alleenländern’ Mecklenburg-Vorpommern und
Sachsen-Anhalt die traurige Statistik der Verkehrstoten bezogen auf die
Einwohnerzahlen anführen. In Brandenburg wurden im Vorjahr 77 Verkehrstote
pro 1 Millionen Einwohner gezählt. Anders sieht es bei den
Personenschadensunfällen allgemein aus, bei denen Brandenburg seit Jahren zu
den sichersten Ländern gehört und zuletzt 326 Verletzte pro 100.000
Einwohner zählte. Die aus dem Jahr 2009 vorliegenden bundesweiten
Durchschnittswerte betragen 51 Verkehrstote bzw. 379 Verletzte.
Woidke und Vogelsänger kündigten eine zügige Prüfung von Tempolimits auf
Brandenburger Alleen an. Der Innenminister unterstrich darüber hinaus die
Notwendigkeit, „zielgerichtet und konsequent“ gegen diejenigen vorzugehen,
die nach wie vor in großer Zahl auf Brandenburgs Straßen gefährlich
leichtsinnig und rücksichtslos unterwegs sind. Die Polizei werde im
Interesse der Verkehrssicherheit für alle hier weiterhin flächendeckend im
Einsatz sein. Das gelte auch für die Autobahnen, auf denen bis 2025 eine
Verdreifachung der LKW-Zahlen erwartet wird. „Wir müssen bei der aktuellen
Polizeireform diesen Bereich personell und technisch so ausstatten, dass wir
den Anforderungen gewachsen sind. Das ist ganz klar“, kündigte Woidke an.
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