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Psychische Störungen ernst
nehmen.
Mehr Aufmerksamkeit
und Toleranz im Um-gang mit Menschen, die psychische
Proble-me haben.
Werder(Havel)/Potsdam: – Mehr Aufmerksamkeit und
Toleranz im Umgang mit Menschen, die psychische Probleme haben, fordert
Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) am
heutigen „Internationalen Tag
der Seelischen Gesundheit“. „Ängste und Depressionen sind keine Schande,
sondern verbreitete psychische Störungen. Betroffene Menschen und ihre
Angehörige dürfen nicht stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Sie brauchen
Verständnis und Hilfen“, sagte Tack. Statistisch gesehen erkrankt jede zweite Frau und jeder dritte Mann im Laufe
des Lebens an einer psychischen Störung. Vielfach liegen die Ursachen für
psychische Erkrankungen in gesellschaftlichen Veränderungen, erhöhtem
Leistungsdruck, Sorge um den Arbeitsplatz und anderen existenziellen
Unsicherheiten. Tack verweist darauf, dass es vielen Betroffenen schwer fällt, sich
einzugestehen, dass sie an einer psychischen Störung leiden. Und oft werden
aus Scham Betreuungsangebote und gezielte Hilfen zu spät oder gar nicht in
Anspruch genommen. „Das ist umso bedauerlicher, als heute in vielen Fällen
durch effektive Therapien geholfen werden kann“, so die Ministerin. Ein
erster Anlaufpunkt sollte der Hausarzt sein. Doch stehen auch anonyme
Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung. Für ein persönliches oder telefonisches
Gespräch, unter Wahrung der Anonymität und - in jedem Fall kostenlos -
stehen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten die
sozialpsychiatrischen Dienste der Gesundheitsämter und die Kontakt- und
Beratungsstellen für psychisch Kranke zur Verfügung. Psychische Erkrankungen zählen in den Ländern der EU zu den Hauptursachen
für Frühverrentung und verminderte Erwerbsfähigkeit. Nach
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheiten des Verdauungssystems sind
psychische und Verhaltensstörungen die Krankheitsgruppe mit den
dritthöchsten volkswirtschaftlichen Kosten in Deutschland. Insbesondere
Depressionen und Ängste weisen in den Gesundheitsstatistiken eine
ansteigende Tendenz auf. Ein Verzeichnis dieser Beratungsstellen und weitere Hilfsangebote enthält
der auf der Internetseite des Gesundheitsministerium eingestellte „Wegweiser
Psychiatrie“. |