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     HIZ - Artikel  vom  07. November  2010        

Schiedsmann oder Schiedsfrau.
Streit schlichten - Vertragen statt klagen!
Werder (Havel):
- Bei der Stadtverortnettenversammlung am 04.11.2010 in Werder (Havel) wurden die Stellen eines Schiedsmannes in der Stadt Werder (Havel) neu Schiedsmann, Schiedsfraubesetzt. Drei Bewerber standen zur Auswahl. Entsprechend dem Gesetzt über die Schiedsstellen in den Gemeinden in der Fassung vom 21. November 2000, werden für den Zeitraum von 01.12.2010 bis 30.11.2015 als Schiedspersonen für die Stadt Werder (Havel) Frau Dorothee Wulf (wohnt Werder/OT Töplitz) und Frau Wiebke Rüdiger (wohnt Werder/OT Kemnitz) gewählt. Ihre vornehmste Aufgabe für die Zukunft ist: Streithähne zum Reden bringen. Der „Schiedsmann“ ist ein ehrenamtlich tätiges Organ der Rechtspflege, das die Aufgabe der Streitschlichtung in bestimmten Strafsachen und bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten wahrnimmt. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es hierbei zur Einigung. Schiedsmänner und -frauen üben ihre ehrenamtliche Aufgabe als Schlichter bei bestimmten strafrechtlichen Delikten und bei zivilrechtlichen Streitigkeiten aus. Wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Körperverletzung, BedrohungSchiedsmann, Schiedsfrau und Sachbeschädigung ist die Erhebung einer Privatklage des Verletzten mit dem Ziel der Strafverfolgung erst zulässig, nachdem ein Sühneversuch vor dem Schiedsmann fruchtlos geblieben ist. Auf Antrag einer der beiden Parteien findet auch in zivilrechtlichen Streitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche, das heißt, wenn der Anspruch auf Zahlung von Geld gerichtet ist oder wenn sein Gegenstand in Geld geschätzt werden kann, eine Sühneverhandlung vor dem Schiedsmann statt. Aus einem vor diesem abgeschlossenen Vergleich kann nach der Erteilung der Vollstreckungsklausel durch das Amtsgericht die Zwangsvollstreckung betrieben werden. Über 60 Prozent der Streitfälle werden erfolgreich geschlichtet Nicht jeder Nachbarschaftskonflikt muss vor Gericht ausgetragen werden. Schiedspersonen vermitteln und entlasten gleichzeitig die Justiz.
Ein Ärgernis, ein falsches Wort, der unvermeidliche Streit – und dann wird nicht mehr miteinander geredet. Allenfalls inSchiedsmann, Schiedsfrau Hasstiraden und wüsten Beschimpfungen. Bevor es jedoch zur Einigung kommt wird der Schiedsmann oder die Schiedsfrau jedoch nicht selten Zeugin verbaler Gefechte – bis hin zum Riesenkrach und Anfang von körperlichen Tätlichkeiten. Das ist ein Grund, warum sie die Verhandlungen nie allein führt, sondern stets mit einer Mitstreiterin. Schließlich kommt bei den Beteiligten alles noch einmal so richtig hoch. Da geht es mal um den Heckenschnitt, mal um die Dachrinnenreinigung oder um Äste, die über den Zaun des Nachbarn ragen. Der Schiedsmann oder die -frau  lässt das dann erst einmal bis zu einem gewissen Grad eskalieren und wenn sich beide Seiten so richtig ausgetobt haben, hole er oder sie die Streithähne auf die sachliche Ebene zurück. Autorität ist dann Pflicht. Der Schiedsmann fordert oder bringt selbst Vorschläge ein, mit denen beide Seiten leben können. Der Schiedsspruch ist einem Gerichtsurteil gleich zu setzen. (Ortsgericht)