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Kokainschmuggel.
Segelyacht mit Kokain für Brandenburg an der Havel in Cuxhaven
sichergestellt.
Werder(Havel/Brandenburg a. d. Havel: - Ermittler des Dezernates
„Organisierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Brandenburg stellten in
Cuxhaven eine aus der Karibik kommende Segelyacht mit 17 kg Kokain an Bord
sicher und nahmen sechs mutmaßliche Drogendealer fest. Im Auftrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt das LKA Brandenburg seit
September vergangenen Jahres gegen sechs männliche Beschuldigte im Alter
zwischen 32 und 50 Jahren und eine weibliche Person aus Brandenburg a. d.
Havel wegen des Verdachts der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln und
des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringen
Mengen. Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden werden größere
Einzelmengen im Regelfall in Schiffscontainern nach Europa eingeschmuggelt.
Auch der Schmuggel auf dem Luftweg ist aufgrund der hohen Frequentierung von
großer Bedeutung. Seltener, aber in der Vergangenheit bereits mehrfach
festgestellt, werden auch hochseetüchtige Segelboote für den Kokainschmuggel
über den Atlantik eingesetzt. Durch umfangreiche Strukturermittlungen und
operative Maßnahmen konnte der Anfangsverdacht gegen die Tätergruppe
verifiziert und der Transportweg festgestellt werden. Die Tätergruppe setzt
sich nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich aus Brandenburger Bürger
zusammen, die sich bereits im vergangenen Jahr zusammengetan hatten, um die
Tathandlungen von langer Hand vorzubereiten. Ein 36-jähriger Tatverdächtiger
lebt bereits seit zwei Jahren in Miami/USA, unterstützte offensichtlich von
dort aus die Beschaffung der Betäubungsmittel und reiste angesichts der
bevorstehenden Ankunft der Segelyacht mit dem Kokain per Flugzeug nach
Amsterdam, wo er von einem Mitbeschuldigten mit dem Pkw abgeholt wurde. Für
den Schmuggel erwarb ein 50-jähriger Deutscher in Miami eine hochseetüchtige
Segelyacht und startete dann zusammen mit einem 32-jährigen Deutschen und
dessen Freundin im April den Segeltörn durch die Karibik über die
Dominikanische Republik nach Aruba, einer kleinen Karibikinsel. Nach der
dort erfolgten Übernahme der Drogen segelten dann die beiden Männer von
Aruba über die Azoren nach Deutschland, während die Frau per Flugzeug zurück
reiste.
 Der 36-Jährige und sein Mittäter waren am Morgen des 13.07.2010 gemeinsam
von Brandenburg an der Havel aufgebrochen, um die beiden Segler in Cuxhaven
in Empfang zu nehmen. Dort warteten jedoch schon die Ermittler, die am 13.
Juli 2010 gegen 14 Uhr diese vier Beschuldigten festnehmen konnten.
Bei der Durchsuchung des Segelbootes wurden insgesamt 17 kg Kokain, die
professionell im Bootsinneren verbaut waren, sichergestellt sowie die
Segelyacht als Tatmittel beschlagnahmt. (Bei der Sicherstellungsmenge
handelt es sich nach Auskunft des BKA um eine der fünf größten
Einzelsicherstellungen Kokain in diesem Jahr.) Zeitgleich wurden
sieben Wohnungen sowie die Büroräume einer Firma weiterer mutmaßlicher
Mittäter in der Stadt Brandenburg durchsucht. Hierbei wurden zwei weitere
Beschuldigte in Brandenburg a. d. H. vorläufig festgenommen. Die
Vorführungen der sechs Beschuldigten vor dem Haftrichter des Amtgerichtes
Potsdam erfolgt heute ab 12.00 Uhr. Die Staatsanwaltschaft Potsdam
beantragt, gegen die sechs Beschuldigten Haftbefehle wegen unerlaubter
bandenmäßiger Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu
erlassen.
Die insgesamt ca. 80 am Einsatz beteiligten Mitarbeiter des
Landeskriminalamtes und der Landeseinsatzeinheit Brandenburg und
Diensthundeführer des Polizeipräsidiums Potsdam wurden von der
Polizeiinspektion Cuxhaven unterstützt. Die weiteren Ermittlungen führt das
Dezernat „Organisierte Kriminalität“ des LKA Brandenburg im Auftrag der
Staatsanwaltschaft Potsdam. Im Ermittlungsverfahren des Dezernates
„Organisierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Brandenburg wegen
illegaler Einfuhr von und Handel mit Betäubungsmitteln gegen eine
Tätergruppe aus Brandenburg wurden gegen alle sechs Beschuldigte Haftbefehle
erlassen. Zeitgleich zu der Durchsuchung der Segelyacht starteten in
Brandenburg a. d. H.

und Umgebung Durchsuchungen von sieben Wohnungen und
einer Firma weiterer Mittäter. Dabei wurden zwei weitere Beschuldigte
festgenommen. Die weiteren Ermittlungen führt das Dezernat „Organisierte
Kriminalität“ des LKA Brandenburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam. |