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     HIZ - Artikel  vom  18 Juli 2010                      

Kokainschmuggel.
Segelyacht mit Kokain für Brandenburg an der Havel in Cuxhaven sichergestellt.
Werder(Havel/Brandenburg a. d. Havel:
- Ermittler des Dezernates „Organisierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Brandenburg stellten in Cuxhaven eine aus der Karibik kommende Segelyacht mit 17 kg Kokain an Bord sicher und nahmen sechs mutmaßliche Drogendealer fest. Im Auftrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt das LKA Brandenburg seit September vergangenen Jahres gegen sechs männliche Beschuldigte im Alter zwischen 32 und 50 Jahren und eine weibliche Person aus Brandenburg a. d. Havel wegen des Verdachts der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln und des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden werden größere Einzelmengen im Regelfall in Schiffscontainern nach Europa eingeschmuggelt. Auch der Schmuggel auf dem Luftweg ist aufgrund der hohen Frequentierung von großer Bedeutung. Seltener, aber in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt, werden auch hochseetüchtige Segelboote für den Kokainschmuggel über den Atlantik eingesetzt. Durch umfangreiche Strukturermittlungen und operative Maßnahmen konnte der Anfangsverdacht gegen die Tätergruppe verifiziert und der Transportweg festgestellt werden. Die Tätergruppe setzt sich nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich aus Brandenburger Bürger zusammen, die sich bereits im vergangenen Jahr zusammengetan hatten, um die Tathandlungen von langer Hand vorzubereiten. Ein 36-jähriger Tatverdächtiger lebt bereits seit zwei Jahren in Miami/USA, unterstützte offensichtlich von dort aus die Beschaffung der Betäubungsmittel und reiste angesichts der bevorstehenden Ankunft der Segelyacht mit dem Kokain per Flugzeug nach Amsterdam, wo er von einem Mitbeschuldigten mit dem Pkw abgeholt wurde. Für den Schmuggel erwarb ein 50-jähriger Deutscher in Miami eine hochseetüchtige Segelyacht und startete dann zusammen mit einem 32-jährigen Deutschen und dessen Freundin im April den Segeltörn durch die Karibik über die Dominikanische Republik nach Aruba, einer kleinen Karibikinsel. Nach der dort erfolgten Übernahme der Drogen segelten dann die beiden Männer von Aruba über die Azoren nach Deutschland, während die Frau per Flugzeug zurück reiste.

Der 36-Jährige und sein Mittäter waren am Morgen des 13.07.2010 gemeinsam von Brandenburg an der Havel aufgebrochen, um die beiden Segler in Cuxhaven in Empfang zu nehmen. Dort warteten jedoch schon die Ermittler, die am 13. Juli 2010 gegen 14 Uhr diese vier Beschuldigten festnehmen konnten. Bei der Durchsuchung des Segelbootes wurden insgesamt 17 kg Kokain, die professionell im Bootsinneren verbaut waren, sichergestellt sowie die Segelyacht als Tatmittel beschlagnahmt. (Bei der Sicherstellungsmenge handelt es sich nach Auskunft des BKA um eine der fünf größten Einzelsicherstellungen Kokain in diesem Jahr.)  Zeitgleich wurden sieben Wohnungen sowie die Büroräume einer Firma weiterer mutmaßlicher Mittäter in der Stadt Brandenburg durchsucht. Hierbei wurden zwei weitere Beschuldigte in Brandenburg a. d. H. vorläufig festgenommen. Die Vorführungen der sechs Beschuldigten vor dem Haftrichter des Amtgerichtes Potsdam erfolgt heute ab 12.00 Uhr. Die Staatsanwaltschaft Potsdam beantragt, gegen die sechs Beschuldigten Haftbefehle wegen unerlaubter bandenmäßiger Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu erlassen. Die insgesamt ca. 80 am Einsatz beteiligten Mitarbeiter des Landeskriminalamtes und der Landeseinsatzeinheit Brandenburg und Diensthundeführer des Polizeipräsidiums Potsdam wurden von der Polizeiinspektion Cuxhaven unterstützt. Die weiteren Ermittlungen führt das Dezernat „Organisierte Kriminalität“ des LKA Brandenburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam. Im Ermittlungsverfahren des Dezernates „Organisierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Brandenburg wegen illegaler Einfuhr von und Handel mit Betäubungsmitteln gegen eine Tätergruppe aus Brandenburg wurden gegen alle sechs Beschuldigte Haftbefehle erlassen. Zeitgleich zu der Durchsuchung der Segelyacht starteten in Brandenburg a. d. H.

und Umgebung Durchsuchungen von sieben Wohnungen und einer Firma weiterer Mittäter. Dabei wurden zwei weitere Beschuldigte festgenommen. Die weiteren Ermittlungen führt das Dezernat „Organisierte Kriminalität“ des LKA Brandenburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam.