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Politik.
Brandenburgs Innenminister Rainer Speer erklärt seinen Rücktritt.
Werder (Havel)/Potsdam: - Innenminister Rainer Speer Innenminister Rainer
Speer erklärte heute in Potsdam das Folgende: „Ich erkläre heute meinen
Rücktritt vom Amt des Innenministers des Landes Brandenburg. In den letzten
Wochen
sind gegen mich verschiedene Vorwürfe erhoben worden. Hinsichtlich
des Verkaufs des Krampnitzer Kasernenareals habe ich mir nichts vorzuwerfen.
Die entsprechenden Vorwürfe gegen mich sind vollständig haltlos. Ich konnte
zum damaligen Zeitpunkt begründet davon ausgehen, dass dieser Verkauf der
Liegenschaft durch die BBG ordnungsgemäß erfolgt ist. Bis heute hat niemand
nachweisen können, dass dabei dem Land Brandenburg ein finanzieller Schaden
entstanden ist. Alternativgutachten ersetzen keine höheren Angebote, von
denen es keine gegeben hat. Gleiches gilt für die erfolgreiche
Privatisierung der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG). Dieses
Verfahren ist vergaberechtlich korrekt gelaufen. Der Vorgang wurde 2007 vom
Landesrechnungshof geprüft. Die gegen mich im Zusammenhang mit der
Privatisierung der BBG erhobenen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Ich
gehe davon aus, dass der angekündigte Untersuchungsausschuss des Landtages
dies alles aufklären und diese Bewertung bestätigen wird. Seit den letzten
Tagen bin ich mit neuen Vorwürfen konfrontiert, die mein Privatleben
betreffen. Die Quelle dieser Vorwürfe ist dubios. Mir ist bekannt, dass
angeblich Dateien kursieren, die von meinem mir im letzten Jahr gestohlenen
Notebook stammen sollen. Kriminelle Kreise sind offenbar involviert. Es ist
davon auszugehen, dass diese Dateien teilweise oder vollständig verfälscht
sind. Dafür liegen klare Anhaltspunkte vor. Einige wenige Journalisten haben
sich nun in der Verwendung dieser angeblichen Dateien bislang in Brandenburg
beispiellos unlauterer Methoden bedient, um – nicht nur – im meine
Privatsphäre einzubrechen. Diese Versuche werden fortgesetzt. Gegen
diese unlauteren Machenschaften setze ich mich gerichtlich zur Wehr und
werde das auch weiterhin tun. Entgegen den gegen mich erhobenen Vorwürfen
habe ich niemanden zu einer Straftat angestiftet oder zur Begehung einer
solchen aufgefordert. Das ist vollständig unwahr und an den Haaren
herbeigezogen. Dabei bleibt es. Alles andere ist und bleibt meine
Privatsphäre, die niemanden etwas angeht. Es hat in den letzten Tagen
massive Versuche gegeben, auch in die Privatsphäre von Dritten einzubrechen,
die angeblich beteiligt gewesen sein sollen. Ein wirksamer Schutz der
Privatsphäre von mir und anderen angeblich Beteiligten ist angesichts der
fortgesetzten aktuellen Berichterstattung einiger Medien nicht mehr möglich.
Es geht nicht darum, dass Verdachtsberichtserstattung unzulässig ist. Es
geht darum, dass diese ihre Grenzen hat und für sie gerade mit Blick auf
Vorgänge aus der Privatsphäre besonders strenge Maßstäbe gelten müssen.
Dieser hergebrachte Grundsatz eines seriösen Journalismus steht hier jedoch
in Frage. Ich kann unter diesen Umständen die Privatsphäre von mir und
anderen nicht mehr wirksam schützen. Für den Ministerpräsidenten, die
Landesregierung und die Koalition möchte ich wegen dieser Angelegenheit
nicht zu einer Belastung der politischen Arbeit für Brandenburg werden.
Deshalb ist mir ein weiterer Verbleib im Amt des Innenministers unmöglich.
Ich wünsche dem Innenministerium, seinem gesamten Geschäftsbereich und
insbesondere der Polizei des Landes Brandenburg für die Zukunft alles Gute.
Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit seit meinem Amtsantritt. An den
politischen Herausforderungen, vor denen Sie und das Land stehen, ändert
mein Rücktritt nichts.“
Rainer Speer |