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Unfall.
Müllkutscher zerstört denkmalgeschütztes Wahrzeichen.
Werder(Havel)/Stadtroda.: Das letzte Stadtrodaer Stadttor existiert nach
einem Lkw-Unfall nicht mehr. Zum Glück wurde niemand verletzt. Die
Stadtrodaer sind tief betroffen
vom Einsturz des letzten Stadttores. Das
Rote Tor ist neben der geschichtsträchtigen Klosterruine das wichtigste
Wahrzeichen der Stadt. Doch das Wahrzeichen von dem staatlich anerkannter
Erholungsort Stadtroda in Thüringen - das Rote Tor aus dem Spätmittelalter -
liegt jetzt in Trümmern. Ein Müllwagen hat das gerade erst frisch
restaurierte Stadttor bei einem Wendemanöver gerammt und in seine
Einzelteile zerlegt. Es steht kein Stein mehr auf dem anderen", sagte eine
Polizeisprecherin. Der Schaden wird auf etwa eine halbe Million Euro
geschätzt, beim Fahrzeug auf 15.000 Euro. Der denkmalgeschützte, gut 550
Jahre alte Bau aus rotem Sandstein, sollte an diesem Donnerstag nach
sehr aufwendiger Sanierung offiziell feierlich der Öffentlichkeit wieder
übergeben werden. "Das hat sich jetzt wohl erledigt", sagte Bürgermeister
Harald Kramer (CDU). Das Tor werde aber auf alle Fälle wieder aufgebaut. "Stadtroda ist
ohne das Rote Tor nicht vorstellbar." Es ziert das Wappen des
6000-Einwohner-Städtchens östlich von Jena. Viele reagierten geschockt auf
die Nachricht, dass eine Müllfahrzeug das Tor gerammt und zum Einsturz
gebracht hatte. Laut Polizei hatte der 55-jährige Fahrer des Müllwagens auf
der abschüssigen Gasse mit historischem Kopfsteinpflaster wegen
 eines
Fahrfehlers die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Fahrer blieb bei
dem Unfall unverletzt. Stadtarchivar Utz Möbius schaute betrübt und
belämmert auf die
Trümmer. Eines der wenigen historischen Zeugnisse der Kurstadt Stadtroda sei
verloren gegangen. Bei Stadtführungen habe das Rote Tor immer besonderen
Spaß bereitet und viele Besucher wollten immer wieder die Sage von der
Rodschen Möhre aus dem Jahre 1450 anhören. Damals wollten die Rodschen das
Tor vor den heranrückenden Truppen des Grafen Heinrich schließen, fanden aber
den Schlüssel nicht. Kurzerhand musste eine Möhre (Mohrrübe) als Torriegel herhalten.
Doch eine heimige hungrige Ziege fraß die Rübe aus dem Riegelhalter und der Feind
konnte so ungehindert in Stadtroda eindringen. Seit dieser Zeit müssen sich
die Rodaer auch als Möhrenschaber necken lassen.
Nun wird ein neuer Spott hinzukommen.
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