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      HIZ - Artikel   vom  24. September  2012    

Weihnachtsmarkt Potsdam.
Spätherbstlicher Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“ in der Brandenburger Straße, Potsdam.
Werder (Havel)/Potsdam: -  Am Donnerstag, dem 22.11.2012, gegen 16.00 Uhr, wurde der Weihnachtsmarkt in Potsdam zwischen Luisenplatz und Peter-und-Paul-Kirche offiziell eröffnet. Dies war eine Homage an die Geschäftswelt Potsdams.  Nachdem im vergangenen Sommer die wundersame Vermehrung der verkaufsoffenen Sonntage in Potsdam, an die sich in der Brandenburger Straße sowieso niemand hält, durch die Kirche blockiert wurde, hat man jetzt der Kirche erneut ein Schnippchen geschlagen. Weihnachtslichterglanz vor Toten-sonntag. 78 % der durch eine Tages-zeitung befragten Bürger von Potsdam war zwar dagegen, aber was hat der Bürger zu wollen.  „Für Kinder kann Weihnachten doch gar nicht früh genug beginnen“, sagte Baudezernent Matthias Klipp, der den Oberbürgermeister beim alljährlichen Stollenanschnitt vertrat. Dabei hat Matthias Klipp ganz verwechselt, dass Weihnachten erst am 25. Dezember beginnt. Mit dem Kirchenkalender hat die Stadt Potsdam einige Schwierigkeiten. So sagte Matthias Klipp, dass sogar im katholischen Bayern am Totensonntag die Geschäfte geöffnet haben. Herr Klipp, Totensonntag ist aber ein evangelischer Feiertag. Im katholischen Kirchenkalender kommt dieser Tag nicht vor. Klipp wurde bei seiner traditionellen Kutschfahrt vom Rathaus durch die Brandenburger Straße diesmal wegen Platzmangels nicht von Weihnachtsengeln begleitet sondern von seiner Ehefrau und dem Leiter der Wirtschaftsförderung Potsdam, Stefan Frerichs. Ob es um eine Retourkutsche wegen dem Vereiteln der verkaufsoffenen Sonntage geht, wollte Klipp der Havelzeitung nicht beantworten und verwies uns an seine Ehefrau. Den Unwillen der Bürger bemerkte man auch daran, dass nur wenige Besucher der nüchterten Eröffnung beiwohnten. Einzig, die Kinder hatten große Freude und griffen herzhaft nach denen ihnen mundgerecht angebotene Stücke von dem fünf  Meter langen Riesenstollens aus der Bäckerei Schulte in Pots-

dam. Auch die vom Weihnachtsmann verteilten Geschenke fanden ihren Abnehmer.
In den 140 Buden entlang der Brandenburger Straße gibt es nichts neues zu entdecken, was Kinderaugen strahlen ließe. Glühwein, Glühwein und noch mal Glühwein, unterbrochen von Bratwurstständen. Raritäten sucht man vergebens. Kein Wunder, das sich Kinder nach kurzer Zeit langweilen, weil die Eltern nur an Trinkständen stehen. Wer jährlich den Potsdamer Weihnachtsmarkt besucht, der weiß vorher schon ganz genau welcher Stand wo steht. Es fehlt eben die Abwechslung und das Neue.