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          HIZ - Artikel      vom     15.05.2012             

Retrospektive in der Stadtgalerie Werder(Havel)
Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS – Ulrich Windoffer - „FOTOGRAFENLEBEN“.
Werder(Havel): - Mit dieser Retrospektive würdigt die Stadtgalerie Kunst-Geschoss und die Stadt Werder (Havel) das fotografische Leben des nunmehr 70-Jährigen, der für zehn Jahre im benachbarten Geltow lebte, hier seine foto-grafischen Spuren hinterließ und nun, zum Zeitpunkt der Ausstellung aus familiären Gründen wieder nach Leipzig zurück geht. Die Ausstellung ermöglicht einen, wenn auch begrenzten Einblick, in das Schaffen eines freiberuflichen Fotografen, sie ist zugleich zeithistorischer Rückblick und Kunstausstellung auf hohem Niveau. Ulrich Windoffer, mittlerweile seit fast 50 Jahren beruflich mit der Fotografie beschäftigt verweigert sich jeglichen modischen Trends. Er sucht nicht das Spektakuläre, das Schreiende oder die außergewöhnliche Sicht, vielmehr sind es oft die meist unauffälligen Motive, auf die jeder treffen kann, sie aber so nicht wahrnimmt. Seine Wahl der schwarz/weißen Ablichtung kommt diesem Anliegen entgegen. Seine Fotos sind durch Klarheit, Strukturen, Flächenbewegungen und stimmungsvolle Graunuancen geprägt. Das trifft für Landschafts-, Straßen- und Porträtfotografie gemeinsam zu. Seine Porträtfotos sind in der realen Umwelt der abgelichteten Person entstanden und im direkten Sinne des Wortes Begegnungen mit dem Menschen, genau so, wie er in der Landschaft einem Baum oder anderen signifikanten Objekten begegnet.  Ulrich Windoffer hat lange Jahre für die Industrie angewandt fotografiert. Durch Abdeckungen, Retuschierungen und analoge Doppelbelichtungen hat er in meisterlicher Präzision das geschaffen, was heute digitale Technik jedermann zu leisten verspricht.  In der Ausstellung wird dem Betrachter deutlich, dass Fotografie mit hohem Anspruch eine Kunst ist und gerade im digitalen Zeitalter auch eine bleiben wird. Ulrich Windoffer verweigert sich nicht der digitalen Fotografie, als Berufsfotograf hat er gelernt, auch diese technischen Möglichkeiten bewusst zu nutzen. Seit 2003 widmet er sich auch der videotechnischen Bearbeitung von Künstlerporträts und Firmenreportagen. Er entlässt aus seiner Werkstatt lediglich, was den Kriterien einer werkgerechten, fotografischen Umsetzung stand hält. Diese Haltung entspricht seinem Grundverständnis von künstlerischer Fotografie auf hohem Ni-veau. Trotz der sich stetig wandelnden technischen Möglichkeiten bleiben die unterschiedlichen Sichten des Fotografierenden auf die Dinge doch das eigentlich Interessante.