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Gesundheit.
Das waldreiche Brandenburg, eine Hochburg
für gefährliche Zecken.
Werder(Havel): - . Die Landesregierung Brandenburg hat vor der Gefahr von
Zeckenbissen in Brandenburg gewarnt. Wie das Gesundheitsministerium am
Freitag in Potsdam
mitteilte, sind die kleinen Blutsauger vor allem zwischen
März und Oktober aktiv und können gefährliche Krankheiten übertragen. Gerade
in der heißen Jahreszeit solle man sich deshalb vor Zeckenbissen schützen.
Zecken sind nur wenige Millimeter große Parasiten, die im Gras, im Gebüsch
oder im Unterholz lauern, um sich von ihrem Opfer abstreifen zu lassen.
Dagegen helfen laut Ministerium feste Schuhe, dicht schließende Kleidung an
Armen und Beinen und eine Kopfbedeckung. Auf unbekleidete Hautstellen sollte
ein Schutzmittel (sogenannte Zecken-Repellentien) aufgetragen werden. Zecken
bevorzugen dünnhäutige, gut durchblutete Körperregionen wie etwa die
Leisten- und die Achselgegend oder die Kniekehlen und wandern auf der Haut
zu einer geeigneten Stelle. Da der Speichel der Zecken betäubend wirkt,
nimmt man den Zeckenbiss zunächst einmal nicht wahr. Deshalb sollte nach
Aufenthalten im Grünen der ganze Körper abgesucht werden. Eine Zecke sollte
am besten von einem Arzt entfernt werden, damit auf jeden Fall auch der Kopf
mit entfernt wird, weil es sonst zu Entzündungen kommen kann. Die in Europa
am
 häufigsten durch Zeckenbisse übertragene Krankheit ist die Borreliose,
bis zu 20 Prozent der Zecken in Deutschland können mit Borrelien infiziert
sein. Die Krankheitssymptome können sehr vielfältig sein und erst lange Zeit
nach dem Biss auftreten. Ein typisches, aber nicht immer auftretendes
Anzeichen ist die so genannte Wanderröte, eine sich ausbreitende
handtellergroße Rötung um die Bissstelle. Wird die Borreliose nicht
behandelt, kann es zu einer chronischen Infektion mit bleibenden Schäden
kommen. Auch ist häufig bei Tinnitus (Klingeln im Ohr) ein zeckenbiss
vorausgegangen. Die Symptome einer Borreliose
In der Regel zeigen Kinder bei einer Borreliose-Infektion zunächst eine bis
mehrere Wochen nach dem Biss grippeähnliche Symptome. Fieber, Kopfschmerzen,
Muskel- und Gliederschmerzen scheinen dann auf eine Erkältung hinzudeuten.
Eine
gerötete kreisförmige Hautstelle um den Stich herum kann bereits fünf
Tage nach dem Stich auftreten und sich vergrößern, während sie im Zentrum
verblasst. "Wir nennen dieses sehr charakteristische Symptom eine
'Wanderröte'", . Amerikanische
Untersuchungen haben ergeben, dass knapp 90 Prozent der Infizierten allein
eine Wanderröte aufweisen.
Infektion rechtzeitig erkennen
Eine etwas seltenere Erscheinung ist das Lymphozytom, eine gerötete
Hautverdickung zum Beispiel am Ohrläppchen, an den Brustwarzen oder am
Hodensack. "Jede verdächtige Hautstelle, die sich vergrößert, auch wenn sie
wie ein Insektenstich aussieht, sollten Eltern vom Kinder- und Jugendarzt
untersuchen lassen", rät das Gesundheitsministerium Brandenburg.. So werde eine mögliche Infektion
rechtzeitig erkannt und kann behandelt behandelt werden.
Lähmungen nicht ausgeschlossen.
Können sich die Bakterien dagegen weiter ausbreiten, sind Monate bis Jahre
später Gelenkentzündungen möglich - bei Kindern oft in den Knie-, Finger-,
Hand- oder Sprunggelenken sowie Ellenbogen. Etwa sechs Prozent der Kinder
mit Lyme-Borreliose entwickeln solche Gelenkentzündungen. Manchmal befallen
die Bakterien auch die Hirnhäute, die Augen, das Herz oder die Muskeln.
Lähmungen sind dann die mögliche Folge.
Borrelien-Infektion schützt nicht vor erneuter Ansteckung
Schätzungsweise jede vierte bis fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, doch
bricht die Krankheit nur bei circa ein bis zwei Prozent der Angesteckten
aus. Eine einmal durchgemachte Borrelien-Infektion schütze nicht unbedingt
vor einer erneuten Ansteckung, Es gebe in Europa drei
verschiedene Formen von Borrelien.
- Borrelia burgdorferi sensu
stricto (weltweit vorkommend)
- Borrelia garini
(nur in Europa)
- Borrelia afzalii (nur in
Europa)
Die bekanstesten sind wohl die Erreger der
Lyme-Borreliose, die Bakterien Borrelia burgdorferi, Borrelia
garinii
und Borrelia afzelii sind mit dem Syphiliserreger
Treponema pallidum eng verwandt. Zwischen beiden Krankheiten, der
Lyme-Borreliose und der Syphilis, bestehen daher zahlreiche Parallelen. Es
existieren mehrere Krankheitsstadien, die fließend ineinander übergehen oder
auch durch sehr lange beschwerdefreie Intervalle getrennt sein können. Diese
"sekundären Latenzstadien" gehören zu den besonderen Charakteristika der
Borreliose.
Die drei Borrelienarten B. garinii, B.
afzelii und B. burgdorferi sensu stricto wurden kürzlich aufgrund
genetischer Unterschiede getrennt. B. garinii soll mehr Neuroborreliosen,
B. afzelii mehr Hautmanifestationen und B.burgdorferi sensu stricto Athritis
verursachen, im einzelnen näher erläutert:
1.Borrelia
garinii

(Geno-Typ 2): wird seit ca. 1994 für die
Neuro-Borreliose verantwortlich gemacht. Bei dieser Borreliose sind
vorrangig die Nerven, das Gehirn und Rückenmark betroffen. Hauptsymptome die
bei einer B. garinii Infektion auftreten können: Neuroborreliose (NB),
Wanderröte und Lyme-Arthrits (LA)
2. Borrelia
afzelli:
Hauptsymptome die bei einer B. afzelli
Infektion auftreten können: Akrodermatits chronica atrophicans (ACA),
Wanderröte und Lyme-Arthrits (LA)

Wanderröte |