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     HIZ - Artikel  vom  11. Juli  2010                    

Gesundheit.
Das waldreiche Brandenburg, eine Hochburg für gefährliche Zecken.
Werder(Havel):
- . Die Landesregierung Brandenburg hat vor der Gefahr von Zeckenbissen in Brandenburg gewarnt. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mitteilte, sind die kleinen Blutsauger vor allem zwischen März und Oktober aktiv und können gefährliche Krankheiten übertragen. Gerade in der heißen Jahreszeit solle man sich deshalb vor Zeckenbissen schützen. Zecken sind nur wenige Millimeter große Parasiten, die im Gras, im Gebüsch oder im Unterholz lauern, um sich von ihrem Opfer abstreifen zu lassen. Dagegen helfen laut Ministerium feste Schuhe, dicht schließende Kleidung an Armen und Beinen und eine Kopfbedeckung. Auf unbekleidete Hautstellen sollte ein Schutzmittel (sogenannte Zecken-Repellentien) aufgetragen werden. Zecken bevorzugen dünnhäutige, gut durchblutete Körperregionen wie etwa die Leisten- und die Achselgegend oder die Kniekehlen und wandern auf der Haut zu einer geeigneten Stelle. Da der Speichel der Zecken betäubend wirkt, nimmt man den Zeckenbiss zunächst einmal nicht wahr. Deshalb sollte nach Aufenthalten im Grünen der ganze Körper abgesucht werden. Eine Zecke sollte am besten von einem Arzt entfernt werden, damit auf jeden Fall auch der Kopf mit entfernt wird, weil es sonst zu Entzündungen kommen kann. Die in Europa am

häufigsten durch Zeckenbisse übertragene Krankheit ist die Borreliose, bis zu 20 Prozent der Zecken in Deutschland können mit Borrelien infiziert sein. Die Krankheitssymptome können sehr vielfältig sein und erst lange Zeit nach dem Biss auftreten. Ein typisches, aber nicht immer auftretendes Anzeichen ist die so genannte Wanderröte, eine sich ausbreitende handtellergroße Rötung um die Bissstelle. Wird die Borreliose nicht behandelt, kann es zu einer chronischen Infektion mit bleibenden Schäden kommen. Auch ist häufig bei Tinnitus (Klingeln im Ohr) ein zeckenbiss vorausgegangen.
Die Symptome einer Borreliose
In der Regel zeigen Kinder bei einer Borreliose-Infektion zunächst eine bis mehrere Wochen nach dem Biss grippeähnliche Symptome. Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen scheinen dann auf eine Erkältung hinzudeuten. Eine gerötete kreisförmige Hautstelle um den Stich herum kann bereits fünf Tage nach dem Stich auftreten und sich vergrößern, während sie im Zentrum verblasst. "Wir nennen dieses sehr charakteristische Symptom eine 'Wanderröte'", . Amerikanische Untersuchungen haben ergeben, dass knapp 90 Prozent der Infizierten allein eine Wanderröte aufweisen.
Infektion rechtzeitig erkennen
Eine etwas seltenere Erscheinung ist das Lymphozytom, eine gerötete Hautverdickung zum Beispiel am Ohrläppchen, an den Brustwarzen oder am Hodensack. "Jede verdächtige Hautstelle, die sich vergrößert, auch wenn sie wie ein Insektenstich aussieht, sollten Eltern vom Kinder- und Jugendarzt untersuchen lassen", rät das Gesundheitsministerium Brandenburg.. So werde eine mögliche Infektion rechtzeitig erkannt und kann behandelt behandelt werden.
Lähmungen nicht ausgeschlossen.
Können sich die Bakterien dagegen weiter ausbreiten, sind Monate bis Jahre später Gelenkentzündungen möglich - bei Kindern oft in den Knie-, Finger-, Hand- oder Sprunggelenken sowie Ellenbogen. Etwa sechs Prozent der Kinder mit Lyme-Borreliose entwickeln solche Gelenkentzündungen. Manchmal befallen die Bakterien auch die Hirnhäute, die Augen, das Herz oder die Muskeln. Lähmungen sind dann die mögliche Folge.
Borrelien-Infektion schützt nicht vor erneuter Ansteckung
Schätzungsweise jede vierte bis fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, doch bricht die Krankheit nur bei circa ein bis zwei Prozent der Angesteckten aus. Eine einmal durchgemachte Borrelien-Infektion schütze nicht unbedingt vor einer erneuten Ansteckung, Es gebe in Europa drei verschiedene Formen von Borrelien.

  • Borrelia burgdorferi sensu stricto (weltweit vorkommend)
  • Borrelia garini  (nur in Europa)
  • Borrelia afzalii (nur in Europa)

Die bekanstesten sind wohl die Erreger der Lyme-Borreliose, die Bakterien Borrelia burgdorferi, Borrelia garinii und Borrelia afzelii sind mit dem Syphiliserreger Treponema pallidum eng verwandt. Zwischen beiden Krankheiten, der Lyme-Borreliose und der Syphilis, bestehen daher zahlreiche Parallelen. Es existieren mehrere Krankheitsstadien, die fließend ineinander übergehen oder auch durch sehr lange beschwerdefreie Intervalle getrennt sein können. Diese "sekundären Latenzstadien" gehören zu den besonderen Charakteristika der Borreliose.

Die drei Borrelienarten B. garinii, B. afzelii und B. burgdorferi sensu stricto wurden kürzlich aufgrund genetischer Unterschiede getrennt. B. garinii soll mehr Neuroborreliosen, B. afzelii mehr Hautmanifestationen und B.burgdorferi sensu stricto Athritis verursachen, im einzelnen näher erläutert:

1.Borrelia garinii

(Geno-Typ 2): wird seit ca. 1994 für die Neuro-Borreliose verantwortlich gemacht. Bei dieser Borreliose sind vorrangig die Nerven, das Gehirn und Rückenmark betroffen. Hauptsymptome die bei einer B. garinii Infektion auftreten können: Neuroborreliose (NB), Wanderröte und Lyme-Arthrits (LA)

2. Borrelia afzelli:

Hauptsymptome die bei einer B. afzelli Infektion auftreten können: Akrodermatits chronica atrophicans (ACA), Wanderröte und Lyme-Arthrits (LA)  

Wanderröte