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Steuerbetrug.
Staatsanwaltschaft und Zoll zerschlagen
Zigarettenschmugglerbande in Brandenburg. Polizeibeamter als
Schmuggler entlarvt.
Werder (Havel): - Die Staatsanwaltschaft und die Zollfahndung beenden nach 4-jährigen
Ermittlungen das kriminelle Treiben einer Bande von Zigarettenschmugglern
und Zigarettenhändlern. 30 Durchsuchungen mit über 120 Zollfahndungsbeamten sowie Beamten der
Bundespolizei fanden in Brandenburg,
Hannover und Polen statt. Ein
internationaler sowie mehrere nationale Haftbefehle wurden durch die
zuständigen Amtsgerichte in Brandenburg und Berlin erlassen. Der aufgedeckte
Steuerschaden beträgt annähernd vier Millionen Euro. Im Zuge der
Ermittlungen wurde ein Brandenburger Polizeibeamter der Mittäterschaft
füe Zigaretten-schmuggel überführt und nach dem Gerichtsurteil aus dem
Polizeidienst entlassen. Bereits am 14. Oktober 2010 durchsuchten über 120 Zollfahnder und
Bundespolizisten insgesamt 29 Wohnungen in Frankfurt (Oder) in Hannover und
dem dortigen Umland. Eine Wohnungsdurchsuchung erfolgte in Polen. Der
mutmaßliche Kopf einer kriminellen Zigaretten-schmugglerorganisation befindet
sich derzeit im Ausland noch auf der Flucht. Ihm wird der Einfuhrschmuggel
von bis zu 20 Millionen unverzollter Zigaretten zur Last gelegt.
Die Durchsuchungsmaßnahmen führten zur Sicherstellung von Vermögenswerten in
Höhe von annähernd 100.000 Euro. Es konnten Zigaretten, Feinschnitttabak,
der zur Produktion von Zigaretten verwendet wird, zwei Schusswaffen sowie
geringe Mengen Marihuana sichergestellt werden. Darüber hinaus
beschlagnahmten die Fahnder Negative, Matrizen und Drucksätze sowie die
dazugehörigen Stempel, die zum Fälschen ausländischer Passdokumente
verwendet werden sollten. Im Zentrum der Ermittlungen, die unter der Leitung der
Schwerpunktstaatsanwalt-schaft für Organisierte Kriminalität in Frankfurt
(Oder) stattfanden, standen vor vier Jahren drei Großgruppierungen, die sich
mit dem illegalen Einfuhrschmuggel von unversteuerten und unverzollten
Zigarettengroßmengen beschäftigten. Bereits zwei dieser Gruppierungen
konnten durch die Ermittler des Zollfahndungsamts Berlin-Brandenburg in den
vergangenen zwei Jahren zerschlagen werden. Die zu Haftstrafen zwischen drei
und fünf Jahren verurteilten Täter bedienten sich unter anderem der Dienste
eines 30-jährigen Brandenburger Polizeibeamten, der bereits zu einer
Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt wurde. Dem Beamten
konnte die Beteiligung am umfangreichen Zigarettenschmuggel nachgewiesen
werden, was seine Entlassung aus dem Polizeivollzugsdienst nach sich zog.
Der Gesamtsteuerschaden der personell teilweise eng miteinander verbundenen
drei Gruppierungen beläuft sich nach Berechnungen der Zollbehörden auf
annähernd 15 Millionen Euro, der durch den illegalen Handel mit über 90
Millionen unversteuerten Zigaretten entstanden ist.
Der Einsatz galt der Zerschlagung der dritten Großgruppierung, deren Kopf,
ein 52-jähriger, im Ausland geborener Deutscher mit Wohnsitz in Hannover
ist. In enger Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für
Organisierte Kriminalität in Frankfurt (Oder) ermittelten die Fahnder, dass
der mutmaßliche Hauptbeschuldigte ein eigenes Absatzgeflecht neben den
eigentlichen kriminellen Aktivitäten der Bande im Raum Hannover für die
zuvor durch ihn und seine Mittäter eingeschmuggelten Zigaretten aufbaute.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist er für den Schmuggel von annähernd 20
Millionen unverzollter/unversteuerter Zigaretten verantwortlich. Der
hierdurch entstandene Steuerschaden beträgt annähernd vier Millionen Euro.
Darüber hinaus beschäftigte sich der Beschuldigte mit der Beschaffung von
Zigarettenfertigungsstrecken, Tabak und gefälschten Steuerzeichen für die
illegale Produktion von unversteuerten Zigaretten in Polen.
Der bereits in Frankreich wegen Zigarettenschmuggels verurteilte 52-jährige
Hauptbeschuldigte wird mit einem Haftbefehl europaweit gesucht. Der
Strafrahmen für die im vorliegenden Fall begangenen Taten liegt bei
Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren.
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