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       HIZ - Artikel  vom  12. März  2012                 

Zweitwohnungssteuer Werder(Havel).
Ab 01.01.2012 erhebt Werder (Havel) eine Zweitwohnungssteuer.
Werder(Havel): Die Zweitwohnungssteuer ist eine reine Aufwandsteuer der Stadt Werder(Havel), die auch von immer mehr Kommunen erhoben wird. Belastet werden die Personen, die mehrer als eine Wohnung unterhalten. Für die Aufteilung des Steueraufkommens des Landes auf die einzelnen Kommunen werden nur die Einwohner mit Hauptwohnsitz in der betreffenden Gemeinden berücksichtigt. Einwohner mit einer Nebenwohnung in der betroffenen Gemeinde werden dabei nicht berücksichtigt und es gibt auch keine Zuweisung für diese Personen. Trotz alle dem nutzen aber auch diese Personen die vorhandene Infrastruktur der Stadt z.B. Straßenverkehr, kostenlose Parkplätze,  subventionierte Badestellen, Freizeitanlagen, Wanderwege und vieles mehr. Von einigen wird sie auch als "Luxussteuer" bezeichnet. Wer es sich leisten kann, zwei Wohnungen zu unterhalten, der darf sich auch an den Unterhaltungskosten am Ort seiner Nebenwohnung beteiligen. Werder(Havel) ist praktisch gezwungen eine Zweitwohnungssteuer einzuführen. Umgeben von vielen Gemeinden mit Zweitwohnungssteuerpflicht war Werder(Havel) eine Oase der Steuerfreiheit. Bürger, deren räumlicher Mittelpunkt Werder ist und eine Zweitwohnung in einer anderen Gemeinde mit Zweitwohnungssteuerpflicht unterhalten, melden sich dort mit dem Hauptwohnsitz an, um so diese Steuer zu sparen, leben aber in Werder(Havel). Die andere Gemeinde bekommt dadurch die Schlüsselzuweisung und Werder(Havel) hat das Nachsehen, muss aber die Infrastrukturkosten tragen.  Solche Rücksichtslosigkeit soll jetzt behoben werden. Wie Christian Große, Vorsitzender des Finanzausschusses (CDU) mitteilte, geht es hierbei nicht allein um Mehreinnahmen durch Steuergelder. Eine solche Mehreinnahme könne man auch durch Erhöhung der Grundsteuer oder anderer Steuern erzielen. Das wolle man mit Rücksicht auf die daraufhin folgende Erhöhung der Miet-Nebenkosten nicht.  Es gehe lediglich um ein Stück Steuergerechtigkeit gegenüber den Bürgern, die hier mit Erstwohnsitz gemeldet seien und somit für eine Schlüsselzuweisung an die Stadt beitragen, damit die Stadt die Infrastrukturkosten tragen könne. Auch Einheimische unterliegen der Steuerpflicht, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Wie Bürgermeister Werner Große (CDU) der Havelzeitung mitteilte, verringere sich die Zuweisung aus der Ostförderung jährlich, bis sie im Jahr 2019 ganz entfalle. Das wären zwar zwei Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit, doch wolle er auch dann noch sich keine Vorhaltungen machen lasse, warum er nicht rechtzeitig für ein gleich bleibendes Steuereinkommen der Stadt gesorgt habe. Die Stadt habe erhebliche Kosten, den sich erarbeiteten Infrastrukturlevel zu halten. Man wolle auch weiterhin eine einwohnerfreundliche Stadt bleiben. Die Zweitwohnungssteuer errechnet sich nach der vorhandenen Wohnfläche und der Lage der Zweitwohnung. So gibt es vier Zonen:
*  Zone 1  -  Lage Außerhalb einer Ortslage und abseits vom Wasser
*  Zone 2  -  Lage innerhalb einer Ortslage und abseits vom Wasser
*  Zone 3  -  Wassernahe Lage bis < 300 Meter
*  Zone 4  -  Direkte Wasserlage, bzw. durch Uferstreifen getrennt.
Für dauerhaft zum Wohnen geeignete Wohnungen:
*  Zone  1   =   4,50 €/qm
*  Zone  2   =   5,00 €/qm
*  Zone  3   =   6,00 €/qm
*  Zone  4   =   8,00 €/qm
Für nicht dauerhaft zum Wohnen geeignete Wohnungen:
*  Zone  1   =   3,00 €/qm
*  Zone  2   =   3,35 €/qm
*  Zone  3   =   4,00 €/qm
*  Zone  4   =   5,36 €/qm
Die Steuerpflicht tritt rückwirkend zum 01.01.2012 in Kraft.
Die Zweitwohnungssteuer ist eine "Bringsteuer"
Die Steuer wird als Jahressteuer jeweils am 01.01 erhoben. Der Steuerpflichtige ist verpflichtet seiner Anzeigepflicht nachzukommen und hat der Stadt Werder(Havel) gleichzeitig alle für die Steuererhebung erforderlichen Tatbestände mitzuteilen und auf Verlangen auch Unterlagen zur Auskunft vorzulegen. Eine Nichtanzeige der Zweitwohnung kann mit Bußgeld bis zu 5000 Euro geahndet werden.