Netzwerkschrank kaufen: 3 kritische Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Die IT-Infrastruktur ist das Nervensystem jedes modernen Unternehmens. Wenn das Netzwerk steht, steht der Betrieb. Umso erstaunlicher ist es, wie stiefmütterlich oft das Gehäuse behandelt wird, das diese Technik schützt. Der Kauf eines Netzwerkschranks wird oft als Nebensache abgetan. Man nimmt einfach das günstigste Modell oder schätzt die Maße grob. Doch spätestens bei der Montage kommt das böse Erwachen. Die Server passen nicht rein. Die Türen lassen sich nicht öffnen. Oder die Hitze staut sich so sehr, dass die Geräte den Not-Aus wählen. Ein falscher Schrank kann Sie über Jahre hinweg ärgern und Geld kosten. Wer hier vorausschauend plant, spart sich viel Frust. Es gibt drei klassische Fallen, in die fast jeder Anfänger tappt.

Fehler 1: Zu klein geplant ist doppelt gekauft

Der häufigste Fehler ist der Geiz beim Platz. Man zählt die aktuellen Geräte, rechnet zwei Höheneinheiten dazu und bestellt. Das ist zu kurz gedacht. IT wächst. Immer. Nächstes Jahr kommt vielleicht eine neue Telefonanlage dazu. Oder ein zusätzlicher Server für die Datensicherung. Und plötzlich ist der Schrank voll. Ein Austausch im laufenden Betrieb ist ein Albtraum. Man muss alles abschalten, ausbauen und neu verkabeln. Planen Sie deshalb immer mindestens dreißig bis fünfzig Prozent Reserve ein. Auch die Tiefe ist entscheidend. Ein Switch passt in fast jeden Schrank. Ein ausgewachsener Server ist aber oft viel tiefer. Messen Sie das tiefste Gerät und rechnen Sie Platz für die Stecker und die Luftzirkulation dazu. Nichts ist schlimmer, als wenn die Tür nicht zugeht, weil hinten die Kabel anstoßen.

Fehler 2: Das Gewicht unterschätzen

Ein Netzwerkschrank sieht stabil aus. Aber er hat Grenzen. Viele unterschätzen das Gesamtgewicht ihrer Hardware massiv. Ein einzelner Server wiegt nicht viel. Aber zehn Server, dazu USV-Anlagen (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) mit schweren Blei-Akkus – das summiert sich schnell auf mehrere hundert Kilogramm. Billige Schränke oder einfache Wandgehäuse können unter dieser Last zusammenbrechen oder sich verziehen. Die Türen klemmen dann. Achten Sie unbedingt auf die angegebene Traglast. Ein guter Standschrank sollte locker achthundert Kilogramm oder mehr tragen können. Prüfen Sie auch den Boden am Aufstellort. Hält der Estrich diese Punktbelastung aus? Statik ist kein Thema für Mutmaßungen.

Fehler 3: Das Kühlkonzept vergessen

Elektronik wandelt Strom fast vollständig in Wärme um. In einem geschlossenen Schrank steigen die Temperaturen rasant an. Viele Käufer achten nur auf die Sicherheit und wählen geschlossene Stahltüren. Das ist gut gegen Diebstahl, aber der Tod für die Hardware, wenn keine Belüftung existiert. Die Hitze staut sich. Kondensatoren platzen. Netzteile brennen durch. Überlegen Sie vorher: Wo steht der Schrank? In einem kühlen Kellerraum reichen oft perforierte Türen, durch die die Luft ziehen kann. Steht er im Büro oder einem warmen Technikraum, brauchen Sie aktive Lüftereinheiten im Dach oder sogar eine integrierte Klimaanlage. Die Wärme muss raus, sonst riskieren Sie den Hitzetod Ihrer teuren Investitionen.