Indoor Gardening als neuer Trend: worauf es bei Luft und Klima ankommt

Indoor Gardening als neuer Trend: worauf es bei Luft und Klima ankommt

Kräuter, Chilis, Tomaten, Salate und Zierpflanzen in den eigenen vier Wänden zu ziehen, hat sich in den letzten Jahren vom Nischendasein zu einer festen Größe im urbanen Alltag gemausert. Wer sich im Winter frisches Basilikum ernten oder über das ganze Jahr hinweg Setzlinge vorziehen möchte, findet im Indoor Gardening eine praktikable Lösung. Doch der Erfolg hängt selten allein am grünen Daumen. Die klimatischen Verhältnisse im Raum sind ausschlaggebend, und die wiederum lassen sich nur mit dem passenden technischen Know-how stabil halten.

Warum es nicht allein mit Licht getan ist

Viele Hobbygärtner legen sich zunächst eine gute LED zu, meist von 100 bis 300 Watt effektiver Leistung. Dass die Pflanzen dennoch nicht oder nur schwach wachsen, die Blätter welk werden oder Schimmelbildung zu beobachten ist, liegt fast immer am Raumklima.

Pflanzen können Photosynthese nur dann optimal betreiben, wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt in einem definierten Verhältnis zueinanderstehen. Bei den meisten Nutzpflanzen liegt die ideale Temperatur zwischen 22 und 28 Grad Celsius, während die relative Luftfeuchtigkeit je nach Wachstumsstadium zwischen 40 und 70 Prozent schwanken sollte. Wird dieser Bereich dauerhaft überschritten oder unterschritten, leidet die Transpirationsrate, die Nährstoffaufnahme funktioniert nicht mehr richtig, und das Wachstum der Pflanze kommt zum Stillstand.

Ein immer häufiger genutzter Kennwert in professionellen Anleitungen ist der VPD-Wert, also das Dampfdruckdefizit, das zwischen den Blättern und der umgebenden Luft besteht. Während der Wachstumsphase ist ein Bereich von etwa 0,8 bis 1,2 kPa optimal, und in der Blütezeit sollte dieser Wert bei 1,2 bis 1,6 kPa liegen. Um diese Werte aufrechtzuerhalten, ist es entscheidend, Temperatur und Luftfeuchtigkeit gleichzeitig zu regulieren.

Luftaustausch, Abluft und Filterung

Eingeschlossen in einem völlig stagnierenden Raum, ohne Luftumwälzung, wird das vorhandene CO₂ in wenigen Stunden verbraucht und erlahmt damit die Photosynthese. Neigen aber Wärme und Feuchtigkeit. Klimatechnik im Indoor-Grow sorgt funktionierende Klimatechnik dafür, dass verbrauchte Luft nach außen und frische Luft nach innen strömt, ohne dass die Zieltemperatur überschritten wird. Fast immer kommen kleine Rohrventilatoren, zusammen mit Aktivkohlefiltern (Geruchsbindung), und temperatur oder feuchtigkeitsgesteuerten Controllern zum Einsatz, die die Drehzahl der Ventilatoren selbsttätig regulieren.

Faustregelmäßig wird gefordert, dass das gesamte Luftvolumen eines Anbauraums mindestens einmal pro Minute umgewälzt werden müsste. Für einen Anbauraum von 1 m³ bedeutet dies eine Abluftleistung von 60 bis 180 m³ pro Stunde, je nachdem, wieviel Wärme
Bestrahlung und Pflanzendichte erzeugt. EC-Motoren haben in vielen Anwendungen die AC-Typen abgelöst, da sie geräuscharmer arbeiten, stufenlos geregelt werden können und im Teillastbetrieb viel weniger Strom verbrauchen.

Umluft, Luftentfeuchter, Sensorik

Zur Abluft gesellt sich in unserem Raum die Umluft, deren Bedeutung oft unterschätzt wird. Ein oder zwei kleine Umluftventilatoren stellen sicher, dass sich keine feuchten Nester an den Blattunterseiten bilden, was das Risiko für Mehltau und Botrytis deutlich reduziert. In feuchten Monaten kann ein Luftentfeuchter vonnöten sein, besonders wenn sich viele Pflanzen in einem kleinen Raum drängen und Transpirationswasser abgeben.

Ein einfaches Kombigerät mit Thermometer und Hygrometer reicht nicht mehr aus, wenn man steigende Ansprüche hat. Digitale Klimasensoren mit Datenlogging zeichnen die Werte über 24 Stunden auf und zeigen die Schwankungen zwischen Licht- und Dunkelphase an. Wer nachts einen Temperaturabfall von mehr als 8 K feststellt, sollte über eine Zusatzheizung oder eine Anpassung der Lüftungszeiten nachdenken.